Keine weitere Bombe, keine scharfe Munition und auch keine Blindgänger:
Entwarnung für Waldspielplatz

Heute gibt die Stadtgärtnerei den seit Pfingsten gesperrten Waldspielplatz wieder frei. Zwei Schatzsucher hatten mit ihren Metalldetektoren eine Stabbrandbombe gefunden. Sofort ließen die Bayerischen Staatsforsten Spielplatz und Umgriff penibel von einer Fachfirma untersuchen. Bild: Götz

Keine weitere Bombe, keine scharfe Munition und auch keine Blindgänger: Die Bedenken sind nach der gründlichen Begehung des Waldspielplatzes und des Umgriffs mit Metall-Detektoren ausgeräumt. Aufatmen bei der Stadt und den Bayerischen Staatsforsten. Und auch die Kinder dürfen sich freuen.

"Aus sicherheitsrechtlicher Sicht kann der Waldspielplatz geöffnet werden", betont Rechtsdezernent Hermann Hubmann. "Eine Gefährdung durch Kampfmittel besteht nicht mehr", bestätigt das von den Bayerischen Staatsforsten übersandte Gutachten. Deshalb öffnet heute die Stadtgärtnerei den seit vier Wochen gesperrten Spielplatz.

Zielklappscheibe


Die Stabbrandbombe, die kurz vor Pfingsten in der Nähe des Waldspielplatzes entdeckt wurde, ist offenbar ein "Einzelfund". Nach dem vorliegenden Ergebnis der "Begehung" förderten die zwei "Sondierer" und zwei "Gräber" bei der viertägigen Kontrolle in der vergangenen Woche vier Patronenhülsen, ein Geschoss und eine Zielklappscheibe zutage, die aus der Nutzung des Areals als Schießplatz während des Zweiten Weltkrieges stammen. In der Liste der entdeckten Gegenstände finden sich Metallbänder aus Bauschutt, Nägel sowie Teile eines Vogelnistkastens. "Es gab aber keine weiteren Reste von Munition oder anderen gefährlichen Gegenständen", betont Klaus Bichlmaier, stellvertretender Leiter der Bayerischen Staatsforsten, Forstbetrieb Schnaittenbach. "Gott sei Dank, das Gelände ist sauber."

Nach dem Fund der Stabbrandbombe hatte Bichlmaiers Dienststelle sofort eine Fachfirma gesucht und beauftragt. Dabei habe sich bestätigt, dass noch Fundamente auf dem gut einen Hektar großen Areal vorhanden sind. "Nicht alle stammen von Bunkern oder anderen Gebäuden der Schießanlage, sondern von alten Spielgeräten und von einer Blockhütte, die in die 1980er Jahre die Kindern zum Spielen nutzten." Bichlmaier will nicht ausschließen, dass immer wieder mal Patronenhülsen im Wald gefunden würden. "Jährlich werden bei uns über 1000 Stück Schalenwild geschossen. Da geht schon mal eine Hülse verloren."

Die Untersuchung, die die Bayerische Staatsforsten als Grundstücksbesitzer in Auftrag gegeben habe und bezahle, bringe Klarheit, dankt Hubmann. "Wir haben jetzt hier den Spielplatz mit dem am besten untersuchten Boden." 1973 hatte die Stadt den Waldspielplatz auf dem Areal der Schießanlage gebaut.

Rechtliche GrauzoneAn die Adresse aller "Schatzsucher", die mit Metall-Detektoren unterwegs sind, sagt Bichlmaier, dass sie sich in einen "rechtlichen Graubereich" begeben, wenn sie ohne Erlaubnis des Grundstückseigentümers ein Gelände absuchen. "Zumindest aber sollten sie die Löcher, die sie öffnen, wieder sorgfältig schließen." (wd)
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