Kleine Baustellen in Eigenregie gemeistert
Begrenzte Mittel bestmöglich verbauen

Wo schon mal die Gräben offen sind, lässt die Stadt auch gleich Leerrohre für Breitbandkabel einziehen.
 
Die Straße drohte wieder mal abzurutschen. Große Steinquader stabilisieren nun den Hang. Wesentlich schöner und ansehnlicher als eine betonierte Stützmauer - und auch billiger. Rund 25 000 Euro kostete die "Sicherungsmaßnahme", berichtet Tiefbauamtsleiter Hubert Grillmeier. Bilder: Götz (6)

Die Männer aus dem "Gemischtwarenladen" des Tiefbauamts sind im ganzen Stadtgebiet unterwegs. Ihr Auftrag: Mit möglichst wenig Mitteln möglichst viel bewirken. Bei einer Fahrt von Weiden-Ost nach Weiden-Süd steuert Amtsleiter Hubert Grillmeier einige Einsatzstellen seiner Mitarbeiter an.

Die Reise beginnt in "Weiden-Land", oben in Mitterhöll. Dort unterspülen seit Jahren Regen und Tauwasser die steile Böschung der Gemeindestraße nach Mitterhöll. Ständig musste nachgearbeitet, der Hang instandgesetzt werden. "Es bestand immer wieder die Gefahr, dass die Straße abgeht. Die Regenfälle werden ja auch immer stärker." In diesem Sommer endlich gab es die nötigen Mittel von rund 25 000 Euro, um "Nägel mit Köpfen" zu machen.

Mit 280 Tonnen Sprengfelssteinen stabilisierte der Bautrupp, der dafür einen Bagger anmietete, die hohe Böschung hinunter zum Gleitsbach und zum Biotop, das ihn begleitet. "Das hält bis zur Pensionierung", meint Grillmeier (45), der vor einigen Jahren von der Bayerischen Staatsbauverwaltung zur Stadt kam.

Für gut 20 Jahre ist dieses bisherige Dauerproblem der Unterspülung durch die naturnah gestaltete Stützmauer behoben. Der Bauhof verzichtete zudem auf den Einsatz von Beton. Auf dem Weg zurück in die Stadt streifen Grillmeier und Udo Geißler, der Fachbetreuer für den Gewässer-Trupp, nicht nur die umfangreichen Bauarbeiten in der Brögerstraße, die dort gemeinsam mit den Stadtwerken (u. a. neue Brunnenleitung zum Hochbehälter Butterhof) durchgeführt werden, sondern auch die beiden Kaltenecker-Weiher gegenüber der Clausnitzer Grundschule.

Mönche am Weiher


Zum Schutz der wertvollen Biotope (seit 1969 als Naturdenkmal ausgewiesen) gestaltete der Bauhof "in enger und wie immer guter Zusammenarbeit", so Grillmeier, mit dem Umweltamt (Martin Scheidler) und der Stadtgärtnerei (Hans Gallersdörfer) auch die angrenzenden Blumenwiesen um. Sie ergänzten dabei auch die Bepflanzung, sorgten für eine Sitzgelegenheit. Vor allem aber setzten die Männer von Udo Geißler zwei Mönche in die Ufer, über die sich der Wasserstand in den Teichen, der untere misst 5000 Quadratmeter, der obere rund 2600 Quadratmeter, regulieren lässt. Weiterer Vorteil: Auch der Wasserspielgarten der Clausnitzer Grundschule, zuletzt ein ausgetrockneter Tümpel, erhält wieder seinen Teil vom begehrten Nass aus dem Schirchendorfgraben.

Weitere Stationen sind die Bauarbeiten im Stadtteil Scheibe, in der Landgerichts- und Sonnenstraße, die nicht nur eine neue Deckschicht erhalten. Vorsorglich lässt das Tiefbauamt auch gleich mal Leerrohre für das schnelle Internet einlegen.

"Wir wollen unsere begrenzten Mittel möglichst effektiv einsetzen", erklärt Grillmeier zu den zahlreichen Klein- und Kleinstbaustellen, mit denen die Stadt versucht, Fahrbahnen, Gehsteige, aber auch die Gewässer in Ordnung zu halten. Ein Beispiel dafür ist die neue Asphalt-Deckschicht in der Thomastraße. Insgesamt verteilen sich die 650 000 Euro auf 30 mehr oder minder große Baustellen.

Nach den vielen Diskussionen, die der Kommunale Prüfungsverband vor drei Jahren mit dem Vorschlag weiter am Personal zu sparen ausgelöst hatte, ist inzwischen klar: Jede Hand im Bauhof und Stadtgärtnerei wird gebraucht. Der "Gemischtwarenladen" ist gut aufgestellt.

Ampeln, Altlasten, Straßen, Gehwege und GewässerIn der Tiefbauabteilung "werkeln" - inklusive Hubert Grillmeier als Amts- und gleichzeitig Abteilungsleiter - drei Ingenieure und drei technische Mitarbeiter.

"Wir sind zuständig für die Verwaltung (unter anderem Planung, Bau, Unterhaltung, Instandsetzung, Instandhaltung, Prüfungen, Überwachung Leistungen Dritter, Widmung) von 265 Kilometer Straßen mit allen Straßenbestandteilen wie Geh- und Radwegen, Verkehrszeichen, 52 Lichtsignal- sowie 7000 Straßenbeleuchtungsanlagen und 150 Bauwerken", erklärt Grillmeier. "Außerdem kümmern wir uns um rund 80 Kilometer Gewässer III. Ordnung, von Almes- bis Weidingbach. Das Aufgabenspektrum reicht von nahezu täglichen Instandhaltungsarbeiten (zum Beispiel Beseitigung von Verschmutzung und Unrat sowie Biberschäden) bis zur Realisierung von großen Hochwasserschutzmaßnahmen, unter anderem Schweinenaab und Weidingbach.

Für sämtliche Tiefbaumaßnahmen ist das Amt Vergabestelle mit Objektbetreuung inklusive damit zusammenhängender Landschaftsbauten sowie allen dazu gehörenden Einrichtungen, Ausstattungen, Ausrüstungen und Materiallieferungen. "Wir sind zuständig für die Leistungen im Bereich Altlastenerkundung, zur Entsorgung von Altlasten auf städtischen oder ehemaligen städtischen Flächen, Müllablagerungen sowie für die Deponien. Dazu gehört die Thematik AW-Gelände und Negnal." Auch die Deponienachsorge obliegt dem Tiefbauamt.

Dabei arbeiten die beiden Abteilungen zusammen, Tiefbauabteilung mehr im planerischen, Bauhof/Gärtnerei im operativen Bereich. "Und damit wären wir bei der Abteilung Bauhof/Gärtnerei unter der Leitung von Manfred Meßner mit 150 Mitarbeitern." (wd)
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