Kleinfahrzeuge mit Elektroantrieb sind im Trend - und im rechtlichen Graubereich
Rollende Fragen

Es gibt sie mit Sitz und ohne. Kleine E-Fahrzeuge wie Hoverboards (Bild) sind begehrt. Bild: dpa

Futuristisch war das Gerät durchaus. Das räumen auch die Weidener Beamten im Polizeibericht ein. Trotzdem kann es vorkommen, dass die Zukunft mit schnöden Rechtsvorschriften kollidiert. Am Montagabend erlebte das ein 29-Jähriger. Er war einer Streife aufgefallen, weil er in der Regensburger Straße auf dem Radweg mit einem ungewöhnlichen Gefährt unterwegs war: einem E-Scooter, also einem Roller mit Elektroantrieb.

Schwere Konsequenzen


Das Problem: Das Gefährt - laut Herstellerangabe bis zu 55 Stundenkilometer schnell - hatte keine Zulassung für den Straßenverkehr. Außerdem hatte der Mann weder die nötige Fahrerlaubnis noch die vorgeschriebene Versicherung. Und das hat womöglich happige Folgen. Gegen ihn wird nun wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Fahrens ohne Pflichtversicherung sowie eines Verstoßes nach der Fahrzeugzulassungsverordnung ermittelt.

Das Ganze ist für die Weidener Polizei Anlass für einen grundsätzlichen Hinweis. Denn es mag zwar einer der ersten derartigen Fälle im Bereich der Inspektion gewesen sein. Aber wohl nicht mehr lange, die Gefährte liegen im Trend: "Fahrrad war gestern, die Jugend von heute ist unterwegs mit E-Scootern, Air-, Solo- oder Monowheels, Hoverboards, Hyperboards usw.", erklärt Hauptkommissar Tobias Mattes.

Eines haben diese Fahrzeuge gemeinsam - sie werden meist mit Akkus und Elektromotor betrieben. Zu erwerben sind sie problemlos, nicht zuletzt übers Internet. Nur heißt das laut Mattes noch lange nicht, dass man mit ihnen überall fahren darf. "In der Regel haben diese Gefährte keinerlei Zulassung zum Betrieb am öffentlichen Straßenverkehr." Oft fehle auch eine TÜV-Prüfung. Für die Nutzer selbst, aber auch für andere Verkehrsteilnehmer könnten sich teils erhebliche Gefahren ergeben. Zudem sind die Geräte in der Regel versicherungspflichtig und zum Betrieb bedarf es der Fahrerlaubnis.

Einzelfall abklären


Es sind also noch einige Fragen und Probleme offen. Zumal sich laut Polizei auch nur schwer generell sagen lässt, wann solche Fahrzeuge zulässig sind, wann es einen Führerschein braucht etc. Zu groß ist die Vielfalt. Deshalb appellieren die Beamten auch, sich vor der Nutzung immer im Einzelfall zu informieren: Bei der Inspektion oder bei der Kfz-Zulassungsstelle ließen sich Fragen zu den Gefährten klären.
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