Kolpingfamilie St. Josef muss doch nicht aufgelöst werden
Ein Mann fasst sich ein Herz

Die langwierige Suche nach einem neuen Vorsitzenden für die Kolpingfamilie St. Josef endete zwar: Karl Zitzmann (Vierter von links) stellte sich zur Wahl. Dafür beginnt nun für alle Vereine, Gruppen und Verbände in der Kirche ein Orientierungsprozess, teilte Stadtpfarrer Markus Schmid (Siebter von rechts) mit. Bild: Kunz

Die Vorsitzende der Kolpingfamilie St. Josef will nicht länger an der Spitze stehen. Ein neuer Chef findet sich nicht. Und dann platzt auch noch eine Fusion mit Neunkirchen oder Schirmitz. Das Aus droht. Da fasst sich ein Mann ein Herz.

Die Luft war dünn, aber der Atem ist länger. Einige Zeit hatte es so ausgesehen, als würde sich die Kolpingfamilie St. Josef auflösen. An ihr nagten Alter und Krankheit. Der Nachwuchs blieb aus. Vorsitzende Perpetua Seibert sah sich nicht mehr in der Lage, die Kolpingfamilie mit ihren rund 100 Mitgliedern zu leiten. Geplant war deshalb eine Fusion mit Neunkirchen. Die Weidener wollten dort als Seniorengruppe Unterschlupf finden. Aber die Neunkirchener akzeptierten nicht. Auch Schirmitz, die zweite Alternative, lehnte ab. Nun fasste sich Karl Zitzmann ein Herz und ließ sich zum neuen Vorsitzenden wählen.

Zitzmann ist seit 40 Jahren Kolping-Mitglied. Die bisherige Vorsitzende rückte als Stellvertreterin ins zweite Glied. Nun gelte es, ein Halbjahresprogramm auf die Beine zu stellen, sagte Zitzmann. "Ich hoffe, die Vorstandschaft hält zusammen." Schriftführerin wurde Sieglinde Kurz, Kassier Hans Schneider. Zu Beisitzern wurden gewählt: Günther Mauermann, Willi Kaiser, Monika Kaiser und Helga Schlosser. Heinz Nefe und Werner Merkl prüfen die Kassen. Stadtpfarrer Markus Schmid dankte für die Entscheidung.

"Wo wollen wir hin?"


Dann stellte er das Orientierungsprogramm von Seelsorgeteam und Pfarrgemeinderat St. Josef vor. "Wir haben die Weichen gestellt, aber jetzt stellt sich die gemeinsame Frage: Wo wollen wir hin?" Diese Frage gelte nicht nur für die Kolpingfamilie, sondern für alle Vereine, Gruppen und Verbände in der Pfarrei. "Es ist nicht so, dass nur die Kolpingfamilie nicht mehr ganz junge Mitglieder hat. Das Problem haben auch KAB und Frauenbund."

Diese Brisanz habe der Pfarrgemeinderat erkannt und einen Vorschlag des Seelsorgerats aufgenommen, einen Orientierungsprozess zu beginnen, der bis 2017 dauern werde. "Dazu habe wir uns Hilfe von außen geholt. Von der Gemeindeberatung der Diözese, die Gemeinden bei Veränderungsprozessen unterstützt." Zunächst gehe es darum, festzustellen, was die Pfarrei St. Josef überhaupt ausmache. "Wer sind wir überhaupt? Was unterscheidet uns von St. Elisabeth oder St. Konrad oder von Landpfarreien außen rum?" Nach dieser Bestandsaufnahme wisse man, wer in der Pfarrei wohne, wen man erreichen wolle. Erst dann könne man Schwerpunkte setzen und Ziele formulieren. Natürlich dürfe auch die Frage diskutiert werden, wovon man sich vielleicht verabschieden solle. "Müssen wir uns wieder auf unsere eigentlichen Aufgaben als Christen konzentrieren? Ist es denn wirklich unsere Aufgabe, Ländereien und Immobilien zu verwalten?" Weiter sagte der Stadtpfarrer, er sei dankbar, dass Pfarrgemeinderat und Seelsorgeteam die Aktion unterstützen. Schade sei, dass die Kirchenverwaltung nicht mit auf den Zug aufgesprungen ist. "Das ist ein Prozess, der die ganze Pfarrei angeht."

Blick ins Pfarrhaus


Nach der Hauptversammlung lud der Pfarrer Interessenten zu einer Besichtigung ins Pfarrhaus ein, das im September bezugsfertig sein soll.
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Wolfgang Göldner aus Weiden in der Oberpfalz | 20.06.2016 | 13:26  
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