Kolumne: OTon
Augen auf beim Autokauf

Zahllose neue Porsche Cayenne stehen auf dem Gelände des Porsche Werks in Leipzig. Die Mitarbeiter haben die SUV schön nebeneinander geparkt. In der Weidener Innenstadt parken die Geländewagen nicht so eng neben anderen Autos. (Foto: dpa)

Wenn am Samstagvormittag in der Weidener Altstadt Markt ist und im Standesamt im Alten Rathaus im 30-Minuten-Takt Ehen geschlossen werden, wird es manchmal mit den Parkplätzen recht knapp – zumindest mit den kostenlosen. „Mit meinem Kleinwagen könnte ich Glück haben und noch eine kleine Lücke finden“, denke ich mir und fahre auf den Parkplatz. Langsam lenke ich mein Auto an der Reihe abgestellter Pkw vorbei, um keinen freien Stellplatz zu übersehen. Doch weit gefehlt: Alles ist belegt.

Mittendrin steht ein SUV. Den gefühlt drei Meter breiten Wagen hat sein Fahrer akkurat mittig auf der Linie, die eigentlich zwei Stellplätze voneinander trennt, abgestellt. Der schwarze, riesige, blank polierte Möchtegern-Geländewagen belegt zwei Parkplätze. „Damit die Herrschaften bequem ein- und aussteigen können“, vermute ich. „Oder, damit ihn keiner verkratzt?“ In die Lücken zwischen dem SUV und den Autos rechts und links würde nicht einmal ein Smart passen.

Diese höhergelegten Wagen mit den breiten Reifen wirken zwar wie für jedes Gelände gebaut. Doch ihre Besitzer benutzen sie die allermeiste Zeit auf ganz normalen geteerten Straßen oder gar nur in der Stadt. Und dafür sind sie weniger geeignet: SUV sind alles andere als klein und wendig, verbrauchen viel Sprit – und einen Parkplatz, der breit genug ist, findet der Fahrer auch nicht so schnell.

Das Parkplatz-Problem kann der Geländewagenfahrer natürlich so dreist und egoistisch lösen, wie der des schwarzen SUV in Weidens Altstadt. Autofahrer könnten sich vor dem Kauf aber auch überlegen, wo und wozu sie so einen Wagen überhaupt benötigen und sich dann eventuell ein Modell eine Nummer kleiner anschaffen.

OTon Wir sind junge Mitarbeiter des Medienhauses „Der neue Tag“. Im „OTon“ werden wir in losen Abständen über das berichten, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.
Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.
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Stefan Kreuzeck aus Pfreimd | 06.10.2016 | 20:01  
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