Kolumne OTon
Der ewige Kampf gegen den Winterspeck

Ist die Chipstüte erst einmal offen, ist kein knuspriges Kartoffelteil mehr sicher. Für die Bikinifigur ist das natürlich nicht gerade förderlich.

Mitte Mai, der Sommer steht quasi kurz bevor. Ein Grund zur Freude. Eigentlich! Habe nämlich erst kürzlich mit Schrecken festgestellt, dass im Sommer die Klamotten wieder enger und die Röcke kürzer werden. Der Winterspeck verschwindet allerdings nicht mit plötzlichem, unerwartetem Sommereinbruch.


Auf den ersten Schreck folgt dann die Panik: Urplötzlich wird es wärmer, die Pullis müssen weg, Shirts und Sommerkleider her. Aber alles spannt!
Schuld sind die letzten Monate. Der Winter schließt regelmäßige Essensgelage nicht aus, weiten Pullovern zum Dank. Nur leider macht kaum eine weibliche Figur die winterlichen Exzesse ungestraft mit. Folglich klemmt und zwickt die Frühjahrs- und Sommergarderobe. Baucheinziehen steht auf dem Programm.

So kann es nicht weiter gehen, habe ich mir gesagt. Also muss die Ernährung umgestellt und mehr Sport gemacht werden. Und das ist leichter gesagt, als getan. Ich bin nämlich auch nicht sehr konsequent.

Mit verschiedenen Diäten bin ich schon grandios gescheitert. "Friss die Hälfte" funktioniert bei mir nicht, weil wenn ich esse, dann esse ich. Und zwar nicht die Hälfte von etwas, sondern alles. Da bin ich schon sehr konsequent.

Verhängnisvolles Knuspern


Zum Glück bleibt mir das Schokoladen-Problem erspart, die mag ich nämlich nicht besonders. Ich überlege mir zum Beispiel seit einiger Zeit, was ich mit den Schoko-Osterhasen von letztem Jahr (ja, 2015!) anstellen könnte. Bis dahin warten sie geduldig im Nasch-Schub, essen wird sie so schnell niemand. Was mir zum Verhängnis wird, sind Chips. Wenn ich weiß, dass ich eine Chipstüte im Haus habe, dann muss sie weg. Ich kann nicht mal eine Handvoll essen und die Packung wieder beiseitelegen. Das widerstrebt mir. Ganz oder gar nicht!

Ich habe beschlossen, kleine Kompromisse einzugehen (Am Chipsregal gehe ich im Supermarkt jetzt mit geschlossenen Augen vorbei - der erste Kompromiss). Wenn ich weiß, dass ich abends etwas vorhabe und da was esse, dann halte ich mich in der Mittagspause zurück. Es ist schon öfter vorgekommen, dass ich neidisch und voller Missmut auf die Leckereien meiner Arbeitskollegen gestarrt habe, während ich an Obst- oder Gemüsespalten herumkaue. Umgekehrt lasse ich es mir mittags in der Arbeit manchmal richtig schmecken, esse aber dann abends nur einen Salat oder Feta mit Gemüse. Alles "Low Carb", versteht sich.

Sportlich, Sportlich


Meiner zweiten schlimmen Sucht - Pizza! - bin ich mit einem Trick zuleibe gerückt. Ich backe sie ohne Mehl. Das dauert zwar etwas, bis man ein gutes Rezept findet (die meisten haben mit Pizza nichts zu tun, das ist einfach nur Matsch mit Salami drauf), aber mit der richtigen Anleitung ist das Ergebnis schon ziemlich gut.

Bisher läuft die Diät-Sache allerdings "solala". Also habe ich beschlossen, mein Sportprogramm zu intensivieren. Es musste ein neues Fahrrad her. Nach den ersten drei Touren ist die Bilanz nicht mal schlecht. Ich lerne meine Heimat besser kennen, werde fit und nebenbei auch gleich ein bisschen braun. Das Fahrradfahren macht mir Spaß, lasse ich einen klitzekleinen Wildunfall außer Acht (Das Reh war Schuld, ich war das Opfer!).

Allerdings vermute ich, mein Kampf für die Bikinifigur wird genauso enden, wie die Jahre vorher: Der Winterspeck wird in Frühlingsrolle umbenannt, alles bleibt beim Alten. Wenigstens bin ich da auch konsequent.

OTon Wir sind junge Mitarbeiter des Medienhauses „Der neue Tag“. Im „OTon“ werden wir in losen Abständen über das berichten, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.
Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.
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