Kolumne: OTon
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Ohrwürmer können eine echte Qual sein. (Foto: dpa)

Sie sind überall. Sie lauern an jeden Ecken. Sie setzen sich fest und lassen nicht locker. Ohrwürmer sind manchmal eine echte Qual. Einmal gehört, sitzt einem oft tagelang diese eine Melodie in den Hirnwindungen. Und man kann (fast) nichts dagegen tun – außer sich einen neuen Ohrwurm suchen oder sich einen verpassen lassen.

Meine Schwester und ich liefern uns oft regelrechte Gefechte, wer denn nun wem den gemeinsten Ohrwurm auferlegen kann. Oft bedienen wir uns da an deutschen Schlagern, Volksmusik, Bierzelt-Dauerbrennern oder Gassenhauern. Die Palette reicht vom „Badewannentango“ über das „Rehragout“ bis hin zu „Patrona Bavariae“. Meistens gewinnt diese Art von battles meine Schwester: Sie hat den absoluten Killer an Ohrwurm, den gemeinsten, den man sich vorstellen kann, das Übelste vom Üblen. Fans von David Hasselhoff mögen es mir verzeihen – es geht um „I‘ve been looking for freedom“. Wenn ich das höre, dann krieg ich dieses Lied einfach nicht mehr aus dem Kopf. Nicht nur, dass es nicht meinem Musikgeschmack entspricht – es ist absolut nervtötend. Und das dann auch noch als Ohrwurm zu haben … Schlimmer geht‘s fast nicht mehr. In ihrem Repertoire befinden sich auch „Hello again“, „Verdammt ich lieb‘ dich“ und – was eigentlich ganz cool ist – „Can‘t touch this“.

"Live-Schalte"


Ich besiege meine Schwester aber auch ab und zu: Entweder mit „Ganz in weiß“, wenn sie sich in ihrem Judo-Anzug auf den Weg ins Training machte, oder mit „Die kleine Kneipe“ kurz vorm Weggehn. „Das schönste Geschenk“ kommt bei ihr auch immer besonders gut an. Per SMS oder auch WhatsApp geht die Schlacht dann oft weiter – Tonaufnahmen sei Dank! Mein Geheimtipp für den Ohrwurm-Sieg: das "Kufsteinlied".

Aber nicht nur mit meiner Schwester liefere ich mir wahre Ohrwurm-Duelle. So was verfolgt einen ja auch im Alltag und in der Arbeit! Kaum sehe ich einen bestimmten Kollegen, fällt mir dieser Beach-Boys-Hit ein … Oder der Ausflug mit meinen Volontärskollegen: Durch Prag begleitete uns ständig das „Hello“ von Adele. Kürzlich verfolgte uns in der Mittagspause sogar das „Abenteuerland“! Da kostet der Eintritt wirklich den Verstand. Bearbeite ich dann einen Artikel über ein Schützenfest, dann lässt „Schüüüützenliesel, dreimal hat‘s gekracht! Zwo, drei, vier“ nicht lange auf sich warten. Da läuft dann das gesamte Fest- und Bierzeltprogramm ab: „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ oder das „Trompetenecho“ - wie soll man sich denn bei den ganzen Ohrwürmern noch auf die Arbeit konzentrieren!?

Zum Abschied


Werbejingles oder Titelsongs von Filmen und Serien sind auch so ein Ding: Auch wenn ich es nicht schaue, aber so ein gesungenes „Dahoam is dahoam“ kann auch ziemlich hartnäckig sein. Bevor ich euch jetzt noch mehr verwirre und Ohrwürmer für die nächsten Tage verpasse, verabschiede ich mich von euch. Nicht ohne zu sagen „Wir wollen niemals auseinander gehn ...“.

OTon Wir sind junge Mitarbeiter des Medienhauses „Der neue Tag“. Im „OTon“ werden wir in losen Abständen über das berichten, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.
Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.
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