Kolumne: OTon
Tooor, Tooor, Toooor! Ich bin Tippkönigin!

Die portugiesische Mannschaft hat es geschafft - und ich auch. (Foto: dpa)

Wir befinden uns im Jahre 2016. Ganz Deutschland bedauert das Ausscheiden der deutschen Jungs und den Portugalsieg bei der Europameisterschaft... Ganz Deutschland? Nein! Ein Schreibtisch in der Weidener Redaktion hört nicht auf, den Triumph von CR7 und seinen Mannen zu bejubeln.

"Du traust dich was!", "Wie kannst du nur für Portugal sein?", "Das klappt sowieso nicht, wirst schon sehen!", "So, wie die spielen, werden die niemals Europameister!": Ich musste mir viele Kommentare anhören, sobald es irgendwo um die EM ging und ich von meinem Favoriten erzählte. Aber meine Taktik ging auf.

Beim Tippspiel in der Redaktion wetteten wir unter anderem auf den Finalsieger. War klar, dass ich da mitmache. Wetten ist mein Ding, vor allem beim Fußball. Das macht die Spiele gleich viel spannender, auch wenn sie eigentlich stinklangweilig sind. Aber ich bin ehrgeizig und kann extrem schlecht verlieren. Also legte ich mir eine Taktik zurecht.

Belgien oder Portugal?


Viele Kollegen tippten einfach wild drauf los, ich wartete ab. Die meisten favorisierten Deutschland, wahrscheinlich den Weltmeistertitel im Hinterkopf. Aber auch Frankreich lag gut im Rennen. Selbst Italien, England und Kroatien waren Tipps. Ich wartete weiter ab. Alle paar Tage informierte ich mich beim zuständigen Tippspiel-Beauftragten, auf wen die Kollegen setzen.

Irgendwann hatte ich dann zwei potentielle Kandidaten im Blick: Belgien und Portugal. Das kam natürlich nicht von irgendwoher, wenn ich wette, bereite ich mich auch ordentlich darauf vor. Die belgische Mannschaft wurde von vielen Medien als sozusagen geheimster Favorit gehandelt. Und Portugal war nie wirklich schlecht und hatte natürlich Superstar Cristiano Ronaldo in der Hinterhand.

Ich wartete immer noch ab. Erst als es hieß "Rien ne va plus" - natürlich vor Beginn des Turniers - setzte ich auf Portugal. Belgien war für mich raus: Zwei Kollegen setzten auf die Mannschaft. Und ich wollte unbedingt alleine auf einen Favoriten tippen.

Die Fußballspiele meiner Mannschaft verfolgte ich natürlich alle. Bis sich die "Seleção das Quinas Tugas" quasi in das Achtelfinale mogelte, war mir einige Male ziemlich mulmig zumute. Aber ich war weiter überzeugt von meinem Tipp.

Frauen und Fußball..


Im Gegensatz zu meinen Kollegen. Auf das Tippspiel angesprochen, wurde ich höchstens milde belächelt und im Geiste wahrscheinlich als völlig ahnungslos abgestempelt. Frauen und Fußball - geht ja gar nicht. Und dann auch noch Portugal. Das hat sie eh nur getippt wegen Cristiano Ronaldo. Denkste!

Als die deutsche Mannschaft das Halbfinale vergeigte und es klar war, dass Frankreich gegen Portugal um den Titel spielt, war ich mir schon sicher, dass meine Portugiesen gewinnen. Und einige Kollegen kamen auch ins Grübeln, immer öfter hörte ich: "Wirst sehen, jetzt gewinnt Portugal." Das wusste ich natürlich von Anfang an... Wetten ist einfach mein Ding.

Apropos Frauen und Fußball: Von meinem Wettgewinn (es waren immerhin stattliche 160 Euro) habe ich mir natürlich - ganz Frau - Schuhe gekauft.


OTon Wir sind junge Mitarbeiter des Medienhauses „Der neue Tag“. Im „OTon“ werden wir in losen Abständen über das berichten, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.
Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.
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