Kolumne: OTon
Verrücktes Faschingstreiben

Die Wahl des richtigen Faschingskostüms ist oft eine schwere Entscheidung. Bild: dpa
Gerade haben wir Weihnachten und Silvester hinter uns gebracht und es ist wieder Ruhe eingekehrt, da geht es schon weiter mit den Festen und Partys. Fasching steht auf dem Programm. Und Fasching, das ist ja immer so eine Sache. Die fünfte Jahreszeit spaltet das Volk: Die einen lieben das bunte Treiben und fiebern jedes Jahr darauf hin, die anderen finden Fasching einfach nur peinlich und unnötig.

Es ist erstaunlich zu beobachten, welche Auswüchse das haben kann. Ich kenne sogar Leute, die ihren jährlichen Urlaubsplan auf Fasching ausrichten, eine Bekannte ist das beste Beispiel. Da wird dann hin und her überlegt, wie man das am klügsten anstellen kann. Schließlich muss der Freitag nach Weiberfasching ja unbedingt frei sein. Aber kann man am Rosenmontag schon wieder in die Arbeit gehen, wenn doch am Sonntag allerlei Faschingszüge sind, und am Montag selbst ja auch? Eher nicht. Also muss eine andere Lösung her. Nach einigem Tüfteln hat meine Bekannte dann für sich den besten Plan gefunden und beschlossen, der Freitag in der Arbeit wird schon nicht zu lange und anstrengend werden, lieber bleibt sie von Rosenmontag bis Aschermittwoch zuhause. Beziehungsweise auf Faschingstour.
OTon Wir sind junge Mitarbeiter des Medienhauses „Der neue Tag“. Im „OTon“ werden wir ab sofort in losen Abständen über das berichten, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.
Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.

Nachdem sie sich die – ihrer Meinung nach – idealen Rahmenbedingungen für eine gelungene Faschingswoche geschaffen hat, geht es den weiteren wichtigen Fragen an den Kragen. Oder an das Kostüm. Denn das muss natürlich für jeden Ball und jede Party individuell gewählt werden. Und für die vielen Umzüge braucht man auch eine andere Verkleidung.

So geht die aufwendige Kostümplanung der Bekannten eigentlich schon ein Jahr vorher los. Denn wie sagt man so schön: Nach dem Fasching ist vor dem Fasching. Sie durchstöbert dicke Kataloge, wochenlang laufen sämtliche Internet-Suchmaschinen heiß, bis die Auswahl getroffen ist. Dann wird wahlweise bestellt oder gebastelt, je nach Kostüm und momentaner Kreativität. Damit bei jedem Event das Outfit stimmt. Und alles drum herum auch. Fasching ist für sie in jeder Hinsicht eine turbulente Zeit, wie man sieht.

Bei mir ist das übrigens anders. Irgendwann Mitte Januar – wie eben in dieser Woche – bemerke ich, dass die närrische Zeit ansteht, verdränge das aber schnell wieder. Meistens ziehe ich dann einen Tag vorher los, um mein Kostüm zu kaufen, mit ganz genauen Vorstellungen. Letztes Jahr wollte ich als Fee oder Prinzessin gehen. In Erinnerung an Kindheitstage. Ich wollte unbedingt so einen Zauberstab und ein Krönchen.

Also war ich dann mit einem Begleiter – man muss dazu sagen, er ist männlich – beim Kostüm-Einkauf. Was dabei herauskam? Nun, ich kann soviel verraten: Ich hatte auf dem Faschingsball weder ein Krönchen, noch einen Zauberstab. Ich war als Nonne verkleidet.
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