Kolumne OTon
Von Hund und Katz'

  Es soll sie wirklich geben, diese Katzenliebhaber. Selbst im Kollegenkreis ist der ein oder andere Katzenfreund dabei, habe ich gehört. Die Kollegin fährt in ihrem wohlverdienten Urlaub sogar nach Hause, um die elterlichen Stubentiger zu versorgen. Das alles ist mir ein Rätsel.

Ich bin wirklich ein Tierfreund - wenn man mal von gefiederten, fliegenden Lebewesen absieht, die finde ich noch schlimmer – aber ich mag einfach keine Katzen. Sie sind immer da, wo man sie gerade nicht erwartet. Sie schleichen sich an, sitzen auf Sofas oder – Gott bewahre! – streunen auf der Küchentheke herum.

Hunde sind da anders. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Sie sind nicht kratzbürstig, springen nicht auf Möbelstücken umher und schauen einen mit ihrem berühmten Hundeblick treuherzig an. Das erweicht mein Herz.

Wenn man die Menschheit in Katzen- und Hundefreunde unterteilt, bin ich eindeutig ein Hundemensch. Unser Familienhund hört auf den wohlklingenden Namen Tyson. Soll wohl von Mike Tyson kommen. Aber von einem Boxer hat er nun wirklich gar nichts, in keiner Hinsicht. Erstens ist er Schäferhund-Pinscher-Mischling und zweitens haben alle Familienmitglieder noch ihre Ohren. Unbeschädigt. Tyson kaut nur getrocknete Schweineohren.

Als junger Hund hat Tyson (wahlweise auch Herr Tyson, Tysito oder Tysi – je nachdem, wer ihn gerade ruft) seinem Namen allerdings alle Ehre gemacht. Da waren das Wohnzimmer und die Küche schon mal verziert mit kleinen Klopapierfetzen und der Hund saß glücklich mittendrin. Seine Hassliebe zum Staubsauger hat er inzwischen auch fast überwunden, er greift ihn nur noch manchmal an. Und zwar immer dann, wenn man versucht, in der Nähe seines Kissens zu saugen.

Mittlerweile ist Tyson friedlicher, außer er begegnet beim Spaziergang seinem „Erzfeind“. Davon hat er allerdings so einige, die kann er einfach nicht riechen (wie das ja bei uns Menschen auch so ist). Dann zerrt er an der Leine und veranstaltet einen ziemlichen Zwergenaufstand. Aber das legt sich schnell und dann trottet er wieder gemütlich vor sich hin.

OTon Wir sind junge Mitarbeiter des Medienhauses „Der neue Tag“. Im „OTon“ werden wir in losen Abständen über das berichten, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.
Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.
Er ist sowieso die meiste Zeit stoisch-gelassen. Muss er auch sein. Vor allem früher musste Tyson so einiges „ertragen“. Im Körbchen wie auf einer Sänfte quer durchs Haus getragen, weil er sich weigerte, besagtes Körbchen zu verlassen, das im Weg stand. Den ganzen Tag behängt mit Geschenkbändern (an Geburtstagen), Schals oder Tüchern. Er macht alles frohen Mutes mit, íst aber im Nachhinein immer zwei Tage lang beleidigt. Und zwar richtiggehend beleidigt: dann sitzt er mit dem Rücken zu uns auf seinem Kissen, starrt die Wand an und schnaubt zwischendrin immer wieder genervt. Aber er beruhigt sich schnell, lieben wir ihn doch alle heiß und innig.

Ich könnte jetzt noch ewig weiter schwelgen und schwärmen, aber alles läuft eigentlich auf eine Sache hinaus: Der Hund ist der beste Freund des Menschen. Vielleicht nicht aller Menschen, aber meiner auf jeden Fall!
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