Kolumne OTon
Wir haben den Nofi-Lauf überlebt

Überlebt! Bild: Götz

Die einen sehen absolut keinen Sinn darin, ihre Zeit damit zu vergeuden, so schnell wie möglich von A nach B zu laufen. Die anderen treten gar nicht erst an, weil sie wegen eines kleinen Auas ihre Bestzeit nicht erreichen können. Die Masse, die übrig bleibt, drängt sich auf bis zu 150 Metern hinter der Startlinie in der Weigelstraße.

Anmeldungen auf Rekord-Niveau, super Wetter, Verkehr gesperrt, der Weidener Oberbürgermeister läuft mit. Das beschäftigt die Leute.

Aber worüber mal wieder keiner redet, worüber ohnehin viel zu wenig geredet wird: unsere Erdkruste. Denn was passiert, wenn 7505 Menschen an einem Ort loslaufen, an dem noch vor 80 Jahren die Nebenarme der Waldnaab gemächlich ihre Bahnen zogen? Werden die 15.010 ungestümen Beine den Asphalt der Naabwiesen zerbersten lassen? Werden die unterdrückten Wasserläufe der Waldnaab wie Geysire aus dem Boden schießen? Wird sich ein Loch auftun, das Tausende von Menschen mitsamt dem Verlagsgebäude des Neuen Tags verschlingt?

Puh, nochmal Glück gehabt.
Nach dem Startschuss lassen die Läufer nicht die Erde erzittern, sondern trippeln langsam vorwärts. Keine sieben Engel mit sieben Posaunen treten auf die Empore und kündigen das Ende der Welt an. Stattdessen frohlocken OTV-Jünger Thomas Bärthlein und Box-Amazone Regina Halmich auf der NT-Tribüne ins Mikrofon. Und die Landräte Andreas Meier und Wolfgang Lippert, immerhin mit engelsgleicher Haarpracht, wedeln mit bunten Fähnchen.

Der Weltuntergang blieb aus. Und auch wenn nicht jeder seine Bestzeit geschafft hat und einige auf der Strecke blieben. Überlebt haben wir. Und das ist ja wohl das Wichtigste.





OTon Wir sind junge Mitarbeiter des Medienhauses „Der neue Tag“. Im „OTon“ werden wir in losen Abständen über das berichten, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.
Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.
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