Kommentar zum Hochwasser in Niederbayern
Was die Menschen in Simbach wirklich interessiert

Wieder Niederbayern: Das Jahrhunderthochwasser 2013 ist kaum vergessen, da überschwemmen braune Fluten erneut die Region. Doch es gibt einen gewaltigen Unterschied: Die Katastrophe jetzt kam quasi aus heiterem Himmel über die Dörfer im Landkreis Rottal-Inn. Vor drei Jahren bahnte sich das Unglück in Deggendorf und Passau mit Ansage an. Der Dauerregen musste damals quasi in Überschwemmungen enden.

15 Jahre ist es her, als das bayerische Kabinett ein Hochwasserschutzprogramm verabschiedet hat. Bis 2020 sind Investitionen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro vorgesehen, 2013 kamen noch ein paar Milliönchen dazu. Das meiste Geld fließt in den Hochwasserschutz entlang der Donau.

Jetzt sieht es nach einem Umdenken aus. Nicht die großen Flüsse bereiten Probleme, sondern kleine Bäche, die sich in reißende Ströme verwandeln wie der eigentlich wenige Zentimeter tiefe Simbach.

Das neue Phänomen der Wolken, die sich über einem eng umgrenzten Gebiet besonders massiv abregnen, sorgt für Kopfzerbrechen. Der Starkregen könnte stark zunehmen, warnen Experten. Der Klimawandel ist einer der Gründe für das Donnerwetter. Denn eine wärmere Atmosphäre kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Folge: Die Regenmenge, die auf die Erde niederprasselt, wird immer größer.

Den Menschen in Simbach am Inn, Triftern oder Tann wird das momentan herzlich egal sein. Sie brauchen schnelle Hilfe und ein funktionierendes Krisenmanagement. Und hier hat die Staatsregierung in der Tat offenbar kräftig dazugelernt.

frank.werner@derneuetag.de
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