Koordinierende Kinderschutzstellen Weiden, Neustadt, Tirschenreuth arbeiten eng zusammen
Kinderschutz: Konzept steht

Seit sechs Jahren existiert die Koordinierende Kinderschutzstelle (KoKi). Seitdem wurde eifrig am Netzwerk geknüpft. Jetzt ist auch die Kinderschutzkonzeption für den Raum Weiden-Neustadt-Tirschenreuth beschlossene Sache.

Wie das Netzwerk frühe Kindheit funktioniert, zeigten Andrea Frank und Brigitte Piper - beide von Anfang an bei Koki Weiden - in der Sitzung des Ausschusses für Jugendhilfe und soziale Fragen auf. Als Fallbeispiel verwies Andrea Frank auf ein herzkrankes Kind. Die Eltern hatten sich bereits während der Schwangerschaft an Koki gewandt, weil absehbar war, dass das Baby krank zur Welt kommen würde. "Sie haben sich für die Geburt entschieden, weil sie wussten, sie sind nicht allein gelassen." Koki habe eine Familienhebamme gestellt und den Bunten Kreis involviert. Mittlerweile stehe die zweite Operation des Kindes an, eine dritte sei noch in Planung. Trotzdem wolle die Kasse demnächst bestimmte Zahlungen einstellen. "Koki unterstützt die Arbeit des Bunten Kreises weiter, weil wir die Familie nicht allein lassen wollen."

Der Bedarf steigt


In einem anderen Fall - einer Familie mit drei kleinen Kindern - ziehen Eheberatung, Familienhilfe, Frühförderung, das Sozialpädiatrische Zentrum und der Sozialpädagogische Fachdienst an einem Strick, um die Probleme der Familie zu beseitigen bzw. in den Griff zu bekommen. Andrea Frank: "Das zeigt, wie eng die Verzahnung ist." Der Bedarf steigt nach ihren Worten weiter an: 2015 hat Koki Weiden 36 Familien intensiv betreut, bis März dieses Jahres waren es bereits 25.

Zwei Mal pro Woche suchen die Expertinnen außerdem die Geburtsklinik auf, um jungen Müttern bei Fragen zur Verfügung zu stehen und Hilfsangebote aufzuzeigen, berichtete Brigitte Piper. Sie haben das Häschenfrühstück und Hebammensprechstunden initiiert. Koki, das Netzwerk frühe Kindheit, unterhält Kontakte zur Frühförderung, zum Frauenhaus und vielen weiteren Einrichtungen.

Netzwerkarbeit sei eigentlich selbstverständlich, sagte Andrea Frank. Dennoch seien die Kooperationsvereinbarungen zwischen den Netzwerkpartnern, die nach und nach unterzeichnet werden, sinnvoll: "Sie schaffen eine gewisse Verbindlichkeit, und bei Personalwechsel bleiben die Standards erhalten." Die von der Regierung geforderte Kinderschutzkonzeption wurde von den Kokis Weiden, Neustadt und Tirschenreuth gemeinsam für die gesamte nördliche Oberpfalz erstellt, "weil viele Einrichtungen hier grenzübergreifend tätig sind und sich dadurch auch Synergieeffekte ergeben".

Besonderheiten vor Ort


Die Kinderschutzkonzeption gliedert sich in drei Bereiche. Teil I befasst sich mit der Arbeitsweise der Kokis, Teil II zeigt die Besonderheiten vor Ort auf, und Teil III enthält den Anhang. Interessierte finden hier unter anderem die Liste aller Netzwerkpartner. Der Ausschuss für Jugendhilfe und soziale Fragen hat die vorgelegte Kinderschutzkonzeption einstimmig beschlossen: "Als wesentliches Element zur Sicherstellung einer verbindlichen Netzwerkarbeit mit dem Ziel der Verbesserung des Kinderschutzes."

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Die Kinderschutzkonzeption findet sich im Internet unter: http://koki.neustadt.de
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