Kostenlose Service-Stunde
Parkgebühren in der Oberpfalz

(Foto: Petra Hartl)
 
Autofahrer müssen 90 Cent zahlen, wenn sie eine Stunde in der Weidener Allee-Tiefgarage parken wollen. Bild: Schönberger

Oft sind die ersten 60 Minuten kostenlos. In Schwandorf bekommt der Autofahrer sogar Geld von den Einzelhändlern zurück. Aber nicht alle Parkhäuser eignen sich für Sparfüchse. Auf manchen Stellplätzen kostet eine Stunde auch gleich 90 Cent.

Weiden/Amberg. "Wir müssen uns über die Parkgebühren refinanzieren", nennt Günther Kamm, Geschäftsführer der Weidener Gesellschaft für Stadtentwicklung und Immobilienbetreuung (WGS), einen der Gründe für die fehlende kostenfreie Stunde in Weidens Parkhäusern. "Wir haben pro Jahr rund 450 000 Parkvorgänge, wenn wir jeweils auf die erste Stunde verzichten, wären das 400 000 Euro, die uns fehlen."

Einheitliche Gebühren


Die aktuellen Preise - 90 Cent für die erste Stunde, 1,20 Euro für jede weitere - basieren zudem noch auf dem einheitlichen Gebührenmodell der Stadt für alle öffentlichen Stellplätze. Die WGS hat die Parkhäuser "Naabwiesen" und "Friedrich-Ebert-Straße" sowie die Allee-Tiefgarage erst vor Kurzem von der Stadt übernommen. Das städtische Tochterunternehmen überlege aber, das Gebührenmodell zu verändern, ergänzt Kamm. Mit einem einheitlichen Preis von einem Euro pro Stunde würde der Parkhausaufenthalt für all jene günstiger, die ihr Auto für mehrere Stunden dort abstellen.

Kostenfreies Parken in den ersten 60 Minuten sei nur in Zusammenarbeit mit den Einzelhändlern machbar, fährt er fort. "Wir sehen es nicht als unsere Aufgabe, kostenlosen Parkraum zur Verfügung zu stellen, um die Leute in die Innenstadt zu holen." Davon profitiere zwar der Einzelhandel, die alleinigen Kosten trage aber die WGS als Parkplatzbetreiber. Das Unternehmen stehe allerdings im Dialog mit den Innenstadthändlern, um eine zufriedenstellende Lösung zu finden.

Eine Stunde gratis


Anders sieht es im Amberg aus, wo die Stadtwerke ihren Kunden eine kostenlose Stunde Parken spendieren. "Das soll ihnen ermöglichen, kleine Erledigungen zu machen, oder aber die Stadt zu erkunden", erklärt Karoline Gajeck-Scheuck das System in den Parkgaragen an Ziegeltor und Kurfürstenbad. Die dadurch entstehenden Kosten trage das Unternehmen. Die zweite angefangene Stunde koste in beiden Garagen einen Euro, je weitere Stunde 50 Cent.

In Neustadt/Waldnaab ist es ähnlich. "Das ist ein Service von uns für unsere Bürger und Besucher", erklärt Peter Forster, Geschäftsleiter der Stadt Neustadt/Waldnaab. So sei die Tiefgarage am Stadtplatz für zwei Stunden kostenlos nutzbar, das Parkhaus am Hofgarten unbefristet. "Es ist schon immer unsere Prämisse, kostenlosen Parkraum zur Verfügung zu stellen."



In Sulzbach-Rosenberg in der Schlossgarage am Luitpoldplatz ist ebenfalls die erste Stunde kostenlos. Auch hier tragen die Stadtwerke die Kosten. Für jede weitere Stunde zahlen die Benutzer einen Euro. Ein besonderes Konzept hat sich hingegen die Stadt Schwandorf mit ihren Einzelhändlern ausgedacht. Kunden, die ihr Auto in den Parkhäusern im Stadtgebiet abstellen, bekommen bei einem Einkauf ab zehn Euro 50 Cent zurück. Das entspricht genau den Parkgebühren für die erste Stunde. "Dieses Konzept gibt es seit über zehn Jahren", erzählt Maria Schuierer von der Wirtschaftsförderung der Stadt. Jede weitere Stunde koste 50 Cent. Angenommen werde dieses Angebot von den Kunden ganz unterschiedlich. "Zum Teil denken sie auch einfach nicht dran."

Mega-ParkhausAm Rand der Amberger Altstadt soll im nächsten Jahr ein neues Parkhaus mit rund 1200 Stellplätzen entstehen. Dabei setzt die Stadt auf einen privaten Investor. Die Kommune schreibt das Projekt gerade europaweit aus. Der Betreiber bestimmt dann auch die Höhe der Parkgebühren. Allerdings spricht der Stadtrat ein Wörtchen mit. In den Vergabekriterien sind eine Reihe von Bedingungen genannt, die der Investor erfüllen muss. Zwingend vorgeschrieben sind Stellplatzbreiten von mindestens 2,50 Meter, 20 Zentimeter mehr als gesetzlich vorgeschrieben. Die Gebühren für normale Stellplätze sollen laut Beschluss "möglichst nicht über den Preisen liegen, die in der Altstadt gelten". (upl)
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Michael S aus Vohenstrauß | 04.03.2016 | 13:52  
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