Kreisrinderzuchtgenossenschaft vergibt Urkunden und Modell-Kühe
Noch mehr Vitalität im Kuhstall

Die ausgezeichneten Landwirte halten Fleckvieh in der Hand. Denn die Kreisrinderzuchtgenossenschaft Neustadt/WN ehrte die Bauern unter anderem für die hervorragende Milchproduktion ihrer Kühe sowie für Herdenleistung und Zucht im Beisein von Ehrengästen. Bild: Dobmeier

Die Milch macht's. Aber sie macht es nicht allein. Auch Fleisch und Fitness braucht es für Zuchterfolge, erfuhren die Bauern beim Treffen der Kreisrinderzuchtgenossenschaft. Doch was kriegt der Landwirt am Ende noch für diese Leistungen?

Milch, Fleisch und Fitness: Diese drei Dinge stehen grob gefasst im Mittelpunkt des neuen Gesamtzuchtwertes, der ab April die Richtung für Rinderzüchter vorgibt. Bei der Hauptversammlung der Kreisrinderzuchtgenossenschaft im Postkellersaal wurden die Landwirte für die aktuellen Zuchterfolge ausgezeichnet. Dabei zeigte sich auch, dass einige Bauern mehr als 100 000 Kilogramm Milch Gesamtlebensleistung mit ihren Kühen erzielten.

Vorsitzender Günter Rodestock sprach über den prognostizierten Rückgang des Milchpreises nach Auflösung der Milchquote. Für Zuchtvieh sei ein niedrigerer Preis von 1600 bis 1700 Euro für eine Jungkuh zu erzielen. Für ein zufriedenstellendes Ergebnis, brauche es demnach den Verkauf von mehreren Tieren.

Für Referent Dr. Thomas Nibler vom Fachzentrum für Rinderzucht in Schwandorf sind Zuchtziel und Tierwohl kein Widerspruch. Der ökonomische Gesamtzuchtwert beinhaltet neben den Milch- und Fleischleistungsmerkmalen auch die kostensenkenden Fitnessmerkmale. Als Zuchtziel bezeichnete Dr. Nibler die Faktoren Tierschutz, ökologische und biologische Aspekte, künftige Absatzverhältnisse und Produktionsbedingungen. Künftig wird im Zeichen des Klimawandels und der reduzierten Methanbildung Wert gelegt auf die Hitzeresistenz der Tiere. Der Milchviehhalter will eine unauffällige, gesunde Kuh mit geringem Zellgehalt, gutem Charakter, Gebärfreude und angemessener Milchleistung. Die Züchtung von hornlosen Tieren werde noch mindestens 20 Jahre beanspruchen.

In der Oberpfalz ist der Landkreis Neustadt Marktführer beim Zuchtviehverkauf mit 186 Tieren bei der Auktion, 392 Kalbinnen im Export und 200 veräußerten Rindern ab Stall Spitzenreiter. Die Steigerung von 150 Kilogramm auf 7685 Kilogramm Milch bei der Leistungsprüfung sei enorm. Dr. Nibler sprach Züchtern und Erzeugern dafür ein großes Lob aus. Die Zahl der Betriebe mit Kuhhaltung sank weiter von 979 im Jahr 2014 auf 813 im Jahr 2015 bei gleicher Tieranzahl in größeren Höfen.

Dr. Stefan Paarmann, Leiter des Tiergesundheitsdienstes Schwandorf, sprach über die Eindämmung der Blauzungenkrankheit. BBV-Kreisobmann Josef Fütterer sagte zur geplanten Einführung eines Sachkundenachweises für Tierhaltung: "Wir schaffen das, denn wir sind Profis." Im Ausschuss Milcherzeugerring Oberpfalz sind künftig Richard Birkner und Martin Bäumler vertreten.

Ehrenpreise der Kreisrinderzuchtgenossenschaft Neustadt/WNUrkunden und Modellkühe überreichte Fachberater Rudi Traxinger: für höchste Herdenleistung an Herbert Wittmann (Ilsenbach) vor Hans Mois (Denkenreuth) und Erwin Stahl (Bergnetsreuth) ; für höchste Laktoseleistung an Kuh "Hetta" von Stefan Hefner (Vorbach) ; für höchste Lebensleistungen an Kuh "Beatrix" (124 653 kg Milch) von Georg Mitlmeier (Lämersdorf) vor Kuh "Zilli" (109 007) von Bringfried Bock (Hinterbrünst) , Kuh "Kiesse" (105 556) Albert Danzer (Miesbrunn) , Kuh "Elster" (104 084) von Josef Lindner (Fichtelmühle) , Kuh "Pitt" (103 882) LVFZ Almesbach , Kuh "Urmel" (101 472) von Stefan Hefner (Vorbach) und Kuh "Hilde" (100 576) Hermann Höcherl (Kirchendemenreuth) ; für Eutergesundheit mit niedrigstem Zellgehalt Betrieb Josef Meckl (Spielberg) ; für Lebensleistung Abgänge Wolfgang Gmeiner (Oberbernrieth) ; für beste Marktbeschicker: Großvieh 18 Jungkühe Tobias Lins (Oberbibrach) ; Kälber Anton Kroher (Trabitz) ; Festvermarktung Kälber Wolfgang Stangl (Waldthurn) ; positiv gezüchtete Bullen Siegfried Lehner (Kirchenthumbach) , Georg Haberkorn (Obertresenfeld) . (rdo)
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