Kulturschätze als Köder

 
Michael Peter Hehl und Dr. Heribert Tommek stellten im Literaturarchiv Staatssekretär Bernd Sibler (von links) ihre Wünsche vor.

Der Ruf als "Kulturstadt mit Historie" wird in Sulzbach-Rosenberg auf vielfältige Weise begründet. Unübersehbar sind Themen wie Literatur, Druckerei- und Verlagswesen an einem Standort gebündelt. Kultus-Staatssekretär Bernd Sibler warb bei einem Besuch für die Schaffung eines überregional sichtbaren Profils. An Vorschlägen dazu mangelt es sicher nicht.

Sulzbach-Rosenberg. (oy) Es ging mehr oder weniger um eine Wunschliste, die sich der hohe Gast aus München am Donnerstag in der Herzogstadt anhören durfte. Andererseits machte der CSU-Politiker deutlich, dass er um die enorme Bedeutung der kulturellen Schätze in der Herzogstadt mit Literaturarchiv, Seidel-Saal und Synagoge weiß. Was ihm allerdings noch vorschwebe, wäre die Schaffung einer Gesamtstruktur mit Schwerpunkt "Kultur im Amberg-Sulzbacher Raum". Das überragende Profil der Stadt könnte sich beispielsweise auch bei einer engen Kooperation mit dem Tourismusverband Ostbayern positiv bemerkbar machen. "Allgemein muss die Sichtbarkeit erhöht werden, um die Leute aus den Zentren herzubringen", sah der Staatssekretär einen gangbaren Weg.

Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt im Rathaus begleiteten den Landespolitiker Bürgermeister Michael Göth und Stadtheimatpfleger Dr. Markus Lommer ins Literaturarchiv. Dort informierte Dr. Heribert Tommek, Vorsitzender des Vereins Literaturarchiv, Wissenschaftlicher Leiter Michael Peter Hehl sowie Kaufmännische Leiterin Patricia Preuß über den sanierungsbedürftigen Zustand und die geplante Neuausrichtung des Literaturhauses. Zusammengefasst gehe es beim im Besitz des Freistaates Bayern befindlichen und denkmalgeschützten Gebäudes um energetische Ertüchtigung, Schaffung eines barrierefreien Zugangs, verschiedene Sanierungen und um eine moderne Ausstattung, die eine zeitgemäße Archivierung ermöglichen. Hierzu seien entsprechende Finanzmittel nötig.

Staatssekretär Bernd Sibler sicherte zu, sich bei den Haushaltsberatungen für eine entsprechende Unterstützung einzusetzen. Zudem empfahl er auch, Möglichkeiten und Strukturen zu schaffen, die beispielsweise auf neuesten museumspädagogischen Erkenntnissen ausgerichtet seien, um Kinder sowie Jugendliche und dadurch auch die übrige Bevölkerung verstärkt vom Angebot des Literaturarchivs zu überzeugen.

Historischer Bruder


Auch bei der nächsten Station, wo es um die Zukunft des Seidel-Anwesens mit Verlagsarchiv, Druckerei und Bibliothek ging, zeigte sich der Kultur-Politiker aus München beeindruckt. "Wir haben hier quasi den historischen Bruder des Literaturarchivs", bemerkte Dr. Markus Lommer bei der multimedialen Präsentation des Komplexes im Seidel-Saal.

Mehr als 34 000 Besucher hätten sich seit der Eröffnung vom Wert des Ensembles überzeugen können. Und Vertreter der Fachkreise, darunter Ministerien und der Denkmalschutz, unterstrichen jeweils auch die nationale Bedeutung des Kleinods.

Seidel-VerlagsarchivWie Stadtheimatpfleger Dr. Markus Lommer beim Besuch erläuterte, sei das Seidel'sche Verlagsarchiv mit historischer Druckerei ein geschlossenes Ensemble aus Druckerwerkstätte, herrschaftlicher Eigentümerwohnung, repräsentativen Verlagsräumen, historischem Buchbestand und Archivalien. Der 1976 stillgelegte Saal der Druckerei von 1863, weitgehend im Original erhalten, wurde saniert und 2011 in eine museal-kulturelle Kleinkunstbühne verwandelt, die sich hoher Akzeptanz erfreut. Es sei deshalb dass Gebot der Stunde, das komplette Ensemble in den Besitz der Stadt zu überführen. Durch die Aufnahme in die Denkmalliste seien nach Ansicht des Staatssekretärs entsprechende Finanzmittel aus verschiedenen Töpfen zu generieren. Dafür sollten jetzt zügig die Anträge gestellt werden. (oy)
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