Landesärztekammer und Kliniken AG starten Weiterbildung im Verbund
Allgemeinärzte dringend gesucht

Der Weiterbildungsverbund ist gegründet, jetzt muss er noch bekannter gemacht werden, sagen (von links) Chefarzt Dr. Bernd Dineiger und der Ärztliche Direktor der Kliniken Nordoberpfalz, Dr. Thomas Egginger. Bild: sbü

Die Zeiten sind vorbei, in denen Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte wenig miteinander zu tun haben wollten. Das zeigt das Beispiel des Ausbaus der allgemeinmedizinischen Versorgung in der Nordoberpfalz. Dieses Ziel ist jetzt näher gerückt.

Noch gibt es den Landarzt und den Allgemeinmediziner, der notfalls auch nachts ins Haus kommt. Doch die wenigen Hausärzte werden älter, Nachfolger sind rar. Auch in der nördlichen Oberpfalz gibt es deshalb immer wieder Praxisschließungen in ländlichen Gebieten. Laut Dr. Wolfgang Rechl, Vizepräsident der Bayerischen Landesärztekammer, beginnen im Freistaat derzeit nur etwa halb so viele Mediziner eine Fachausbildung in der Allgemeinmedizin wie benötigt würden.

Weiterbildung im Verbund


Um gegenzusteuern, startete die Landesärztekammer das Projekt "Weiterbildung Allgemeinmedizin im Verbund". Basierend auf den Empfehlungen des Projekts war im November im Bereich der Kliniken Nordoberpfalz der Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin zwischen der Kliniken AG und Hausärzten gegründet worden (wir berichteten).

Vorangegangen war die Erstellung eines Weiterbildungs-Curriculums für Fachärzte der Allgemeinmedizin. Chefarzt Dr. Bernd Dineiger vom Klinikum hatte dieses Ausbildungskonzept zusammen mit praktizierenden Allgemeinmedizinern federführend erstellt. Um Einzelheiten zu erläutern, startete nun eine Fortbildung für Allgemeinärzte aus der Region. Das Interesse daran sei groß. "Und ich bin sicher, dass der eine oder andere Teilnehmer unserem Verbund beitritt", so Dineiger. So sind bereits fünf Hausärzte eingebunden, vier Assistenzärzte absolvieren diese Fortbildung.

Fortbildung: 5 Jahre plus x


In seinem Vortrag stellte Dineiger alle wichtigen Elemente der Fortbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin vor. Diese dauert mindestens 5 Jahre, 3 davon im Klinikbereich und 2 bei einem niedergelassenen Allgemeinarzt mit Weiterbildungsbefugnis. Über den verwaltungsmäßigen und personalrechtlichen Ablauf informierte Dr. Thomas Egginger, Ärztlicher Direktor der Kliniken Nordoberpfalz. Er könne sich einen Allgemeinmediziner nicht nur im niedergelassenen Bereich, sondern auch in der Eingangsversorgung des Klinikums gut vorstellen, erklärte er.

Mit seinen Bemerkungen formulierte Egginger auch eine grundsätzliche Ausrichtung der Geschäftspolitik der Kliniken AG. Dabei sehe er die Gesundheitsversorgung in der Region als Einheit, bei der sich klinischer und niedergelassener Bereich gut ergänzten. Um auch bei Studenten die Allgemeinmedizin bekannter zu machen, würden es beide begrüßen, wenn an der Uni Regensburg ein Lehrstuhl für Allgemeinmedizin entstünde. "Schließlich sind wir akademisches Lehrkrankenhaus für diese Universität."
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