Landfrauentag in der Max-Reger-Halle, Vortrag zum Thema "Vielfalt erleben"
"Wir ernten, was wir säen"

Was blitzte denn da unter den Röcken der Models hervor? Auch die Unterwäsche "von anno dazumal" musste bei der Modenschau am Landfrauentag zum restlichen Outfit passen. Bilder: Schönberger (3)
 
Welche Lasten eine Landfrau zu tragen hat, zeigte Persönlichkeitstrainerin Elke Pelz-Thaller (rechts) bei ihrem Vortrag mit Hilfe von Holzscheiten.

Bäuerinnen arbeiten rund um die Uhr. Und das Tag für Tag. Wertschätzung? Fehlanzeige! Lösungshilfen gab es beim Landfrauentag.

"Um 5 Uhr in der Früh klingelt der Wecker. Wir stehen auf. Wir ziehen uns an. Wir gehen in den Stall und machen unsere Arbeit. Wir kommen zurück und machen das Frühstück. Es warten der Haushalt und die Kinder. Wir arbeiten den ganzen Tag. Abends um 22 Uhr ist die Luft raus." So veranschaulichte es Elke Pelz-Thaller beim Landfrauentag am Dienstag in der Max-Reger-Halle. Und verdeutlichte ihre Worte mit Hilfe eines Luftballons, der immer kleiner wurde. Die Mental- und Persönlichkeitstrainerin ist selbst Bäuerin und weiß, wovon sie spricht: Was Landfrauen leisten, wieso sie keine Wertschätzung erfahren und was man dagegen tun kann.

Antworten gab sie in ihrem Vortrag "Vielfalt leben - oder: Was soll ich als Landfrau denn noch alles tun, und woher nehme ich die Kraft?" Welche Lasten Landfrauen stemmen müssen, verdeutlichte sie anhand eines weiteren Beispiels mit Bäuerin Anne. Anne ist verheiratet, hat vier Kinder, schmeißt den Haushalt alleine, ist seit 20 Jahren als Ortsbäuerin tätig und arbeitet bereits seit 41 Jahren in der Landwirtschaft. Für jede Aufgabe legte Elke Pelz-Thaller Anne ein neues Holzscheit auf die Arme. "Manchmal gilt es, Bilder zu zeigen, um zu sehen, was Landfrauen tun und welche Lasten sie tragen", betonte die Mentaltrainerin.

Verbraucher wertschätzen


"Allerdings bekommen wir für unsere Arbeit keine Anerkennung", erklärte Pelz-Thaller. Darüber zu jammern, sei trotzdem der falsche Weg. Denn: "Wir ernten, was wir säen. Damit die Verbraucher unsere Arbeit wertschätzen, müssen wir auch die Verbraucher wertschätzen."

Eine positive Einstellung gegenüber der Arbeit und sich selbst sei der Weg zum Erfolg. Die Persönlichkeitstrainerin zeigte verschiedene Methoden, um den Energiefluss im Körper anzuregen und Glücksgefühle zu verstärken. Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher durfte die sogenannte Klopfmethode am eigenen Leib erfahren. Und zwar mit Erfolg. Trotz anfänglicher Schwäche bei negativen Gedanken fand er durch die Mentaltrainerin zu neuer Stärke.

Die Referentin appellierte an die Landfrauen, ihre Denkstrukturen zu verändern und in jeder Situation dankbar zu sein - auch in schwierigen Zeiten. "Wir werden den Sturm meistern, aber nur, wenn wir es tun", betonte sie. "Am besten fangen wir damit an, wenn Morgen in der Früh der Wecker klingelt", schloss sich Kreisbäuerin Christa Kick der Mentaltrainerin an. Bevor sie einen weiteren Höhepunkt ankündigte: Die Modenschau unter dem Motto "Von anno dazumal bis heute". Angeführt von OB-Gattin Maria Seggewiß im ältesten Dirndl, präsentierten die Damen der Kinderpflege sowie Ernährung und Versorgung des Berufsschulzentrums Neustadt und die "Altbairischen" Trachtenmode von 1850 bis 2016. Vom Hochzeitsdirndl über Omas Erbstück bis hin zum selbstgenähten Dirndl war alles dabei.

Dank an alle Beteiligten


Stellvertretende Kreisbäuerin Petra Schäffler dankte allen Beteiligten "vor und hinter der Bühne" für ihr Engagement. Besonderer Dank galt der Berufsfachsschule für Kinderpflege Neustadt für die kostenlose Kinderbetreuung während des gesamten Nachmittags, der Neustädter Stadtkapelle unter Leitung von Karl Wildenauer für die musikalische Unterhaltung, der Tanzgruppe der Flosser Landfrauen sowie Moderator Harald Rippl von OTV.
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