Landgericht: Zwei Rauschgift-Verfahren stehen an – Hohe Strafen möglich
Drogen und Messer in der Tasche

Zwei Rauschgift-Verfahren, bei denen hohe Haftstrafen im Raum stehen, beschäftigen in dieser Woche das Landgericht. Am Mittwoch muss sich zunächst ein 31-Jähriger aus dem Landkreis vor der 1. großen Strafkammer verantworten. Er war am 11. September in den Abendstunden erwischt worden, als er zu Fuß die grüne Grenze von Tschechien her passiert hatte. Im Gepäck: neun Gramm der Droge Crystal, angeblich zum Eigenkonsum und für seine Lebensgefährtin bestimmt.

Schon die neun Gramm gelten nicht mehr als geringe Menge. Hinzu kommt, dass der Mann in seiner Hosentasche ein 15 Zentimeter langes Wurfmesser hatte. Die Staatsanwaltschaft legt ihm deshalb bewaffnete Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zur Last, wofür 5 bis 15 Jahre drohen. Und: Der Mann stand unter Bewährung. Vor drei Jahren war er bereits wegen Drogendelikten verurteilt worden.

Ebenfalls bis zu 15 Jahre stehen im zweiten Prozess im Raum, der für Donnerstag vor der 1. großen Strafkammer angesetzt ist. Angeschuldigter ist ein 43-jähriger Tscheche. Er soll zusammen mit drei bereits verurteilten Landsmännern für zehn Marihuana-Lieferungen aus Tschechien an einen Regensburger verantwortlich sein. Insgesamt sollen es 36 Kilogramm gewesen sein - bei einem Gewinn pro Kilo von rund 1500 Euro.

Gelohnt hat es sich letztlich aber nicht: Im November verurteilte das Weidener Landgericht den Regensburger zu acht Jahren. Die drei Tschechen bekamen zwischen fünfeinhalb und siebeneinhalb Jahre. Der Fall hatte Aufsehen erregt, weil einer von ihnen vor seiner Drogenkarriere als hoffnungsvoller Fußballer (U-18-Fußball-Weltmeister, wir berichteten) galt. Der Ex-Sportler soll zusammen mit dem 43-Jährigen die Drogen organisiert haben. Der Prozess gegen Letzteren läuft erst jetzt, weil er zu spät vor dem ersten Verfahren ausgeliefert worden war.
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