Lauftalente aus Eritrea und Äthopien suchen Trainingsmöglichkeiten
Von der Integrationsklasse auf die Laufbahn

Bahn frei für Bunto Kaba Desso (rechts) und Abraham Kfle: Die beiden sind Läufertalente. Aber sie brauchen sportliche Förderung. Bild: sbü

Bunto Kaba Desso aus Äthiopien und Abraham Kfle aus Eritrea besuchen derzeit die Integrationsklasse an der Europaberufsschule in Weiden. Sportlehrerin Inge Pecher kümmert sich um die beiden Lauftalente - und will sie fördern.

Wenn Bunto von ihrer Bestzeit im Marathon berichtet, verschlägt es Sportkundigen die Sprache. 2 Stunden und 36 Minuten seien es, die sie als Mitglied einer äthiopischen Mannschaft bei einem Wettbewerb in China im Jahre 2012 erzielt habe. Was diese Zeit bedeutet, zeigt ein Blick auf die Bestenliste des vergangenen Jahres. In Deutschland waren danach nur vier Läuferinnen schneller als Bunto vor vier Jahren.

Im Jahr 2013 floh die damals 21-Jährige aus Äthiopien und kam nach Deutschland. Sie erzählt, dass sie kurz nach der Flucht auch an einem Marathonwettbewerb in Deutschland teilgenommen hat. Im Zuge des Fluchtgeschehens könne sie sich aber an den Namen der Stadt nicht mehr erinnern. Dafür an die Zeit: 2 Stunden und 43 Minuten. Systematisch trainiert wie früher hat Bunto nach der Flucht 2013 nicht mehr. Auch die derzeitige schulische Belastung lasse dies nicht zu. Das läuferische Talent von Bunto aber hat die DJK Weiden längst entdeckt.

Laut Leistungsdatenbank des Verbandes LADV und Vereinsaussage besitzt Bunto einen Startpass der DJK Weiden. Marathon-Läufe absolvierte sie in den vergangenen Jahren nicht mehr. Nur an Wettbewerben über kürzere Strecken nahm sie teil. Ihre Ergebnisse - wie über 3000 Meter knapp über 10 Minuten, und das "ohne richtiges Training" - deuten auf ihr Talent hin. Gegenüber ihrer Sportlehrerin Inge Pecher äußerte sie den Wunsch, "jetzt wieder richtig zu trainieren". Dazu benötige sie aber Unterstützung. Hinderlich sei, dass sie in Waldthurn wohne und auf den Busverkehr angewiesen ist.

Bei Buntos Klassenkollegen Abraham aus Eritrea ist die Situation anders. Er wohnt in Neustadt/WN. Sein läuferisches Talent fiel im Sportunterricht schon mehrfach auf. Der Blick auf seine Figur bestätigt Insidern dies ohnehin. Wettbewerbe hat der 18-jährige Abraham noch nicht absolviert. Geschafft hat er es immerhin schon auf ein Bild der Nofi-Lauf-Beilage: Er war einer der Ersten, die mit 23 Minuten und 12 Sekunden ins Ziel kamen. Wohlgemerkt ohne Training. "Aber auch Abraham braucht Unterstützung für den Sport", sagt Pecher.
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