Lesen und Reisen bilden
Heidi Römelsberger ist eine Kennerin der internationalen Presse

Heidi Römelsberger pflegt ihre Fremdsprachenkenntnisse auch im Ruhestand. Regelmäßig liest sie sich durch französische oder angloamerikanische Magazine und Zeitungen. Dadurch weiß sie viel über den Alltag in diesen Ländern. Bild: Götz
Heidi Römelsberger kann es nicht lassen. Der pensionierten Wirtschaftsschullehrerin haben wir den Tipp mit "Paris Match", Issy und seinen Fusionsfantasien zu verdanken. Denn die Pädagogin für Französisch und Englisch will ihre Sprachen auch im Ruhestand pflegen. Deshalb liest sie so ziemlich alle Zeitungen und Zeitschriften aus diesen Ländern, die ihr in die Finger fallen.

Neben "Paris Match" kauft sie sich regelmäßig, was die Weidener Bahnhofsbuchhandlung und größere Städte so anbieten: "Le Monde" oder mal ein Frauenmagazin aus Frankreich, die großen englischen Tageszeitungen oder "La Stampa" aus Italien. Dass sie außerdem den Neuen Tag aufmerksam verfolgt, schmeichelt uns. "Man will ja dranbleiben", sagt die Fichtenbühlerin.

"Meine Tochter ist in England verheiratet, mein Schwiegersohn arbeitet für McKinsey und fliegt viel umher. Die bringen mir immer was zum Lesen mit." Daher weiß Heidi Römelsberger auch Dinge, für die sich die Nachrichtenagenturen in Deutschland manchmal zu schade sind. Beispiel Frankreich und Issy. "Dort ist Deutsch an den Schulen auf dem Rückzug. Und wer weiß, ob es mit der Partnerschaft mit Weiden so weitergeht?", blickt sie sehr skeptisch über den Rhein. Die Lehrerin ist mit ihrem Mann Kurt viel auf Reisen und hat Freunde in aller Herren Länder. Auch Japanisch hat sie mal gelernt. Zurück nach Issy: Aus ihrer Lektüre erfuhr Römelsberger, dass im Nachbarland schon seit einiger Zeit die Gemeindefusionitis ausgebrochen ist. "Alle wollen größer werden, weil sie Angst um ihre Schule und ihren Bahnhof haben."

Um Dörfer und strukturschwache Gebiete nicht ausbluten zu lassen, legt die Regierung Programme auf. Eines sieht vor, in kleinen Orten den Quadratmeter Bauland für einen Euro zu veräußern. Je nach Einkommen und Kinderzahl gibt es noch einmal ein zinsloses Darlehen bis zu annähernd 30 000 Euro. Dieses Geld muss bei der Baufinanzierung erst als allerletzter der aufgenommenen Kredite zurückgezahlt werden.

Das treibt den hochverschuldeten Staat nur noch mehr in die Miesen. Aber Francois Hollande dürfte sich auch damit nicht retten können, ist sich Römelsberger sicher.

Zusammen mit ihrem Mann pflegt sie noch ein zweites Hobby. Auf Reisen kaufen die beiden Lehrer gerne Schulbücher, um zu sehen, wie die Kinder in anderen Ländern so lernen. Im russischen Murmansk entdeckten sie dabei vor zwei Jahren ein Lehrwerk für Deutsch, das in einem Kapitel die Sage von der Entstehung von Burg Leuchtenberg behandelt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.