Leserbreief
Seehofer und Freund Putin

"Seehofer: Bündnis mit CDU nicht für Ewigkeit":

Wieder einmal zeigt die Politik, dass sie auch eine hässliche Fratze hat. So deutlich wurde unser bayerischer Orban- und Putin-Versteher noch nie: "In solchen Situationen ist man gut beraten, den Menschen demütig gegenüber zu treten - statt einen Tag nach so einer Wahlschlappe zu erklären: Ihr habt bloß unsere Politik nicht verstanden". Mit "Menschen" meint Seehofer die potenziellen Wähler, nicht etwa die Flüchtlinge, die in Schlamm und Dreck in Idomeni vegetieren. Deren Schicksal ist im Wahlkampf eher lästig. Seine Demut gegenüber seiner Wählerschaft sieht wohl so aus, dass er diese Entwurzelten von ihr fernhält.

Eigentlich hat er den Schlüsselsatz selbst gesprochen, als er - mit Blick auf das Wahlvolk - Bundeskanzlerin Merkel glaubte, zu interpretieren mit "Ihr habt bloß unsere Politik nicht verstanden". Wähler-Heischen auf dem Rücken der Flüchtlinge - ein leider nicht nur bayerisches Phänomen. Vermutlich wird Seehofer Lobeshymnen auf den russischen Präsidenten Putin ausbringen, der schnell einige Soldaten aus Syrien zurückzieht. Aus einem Land, in dem er selbst durch gnadenlose Bombardements auf die Zivilbevölkerung die größte Schuld an dem Exodus trägt. Er hat wohl sein erstes Ziel erreicht: Seine Marionette Assad im Sattel zu halten. Putin: ein Meister der Inszenierung. Mit vielen Anhängern. Besonders in Bayern.

Erich Wein, 92224 Amberg
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