Leserbrief
"Angepriesen wie Unterwäsche"

Zum geänderten Regionalplan Windenergie der Oberpfalz-Nord und der Sitzung des Gemeinderats in Gebenbach:

Wie jetzt auch die Mitglieder des Gemeiderats von Gebenbach festgestellt haben, hat die Windkraft auch ihre Schattenseiten. Grund der Feststellung sind die neuesten Entwürfe des Regionalen-Planungsverbandes Oberpfalz Nord. Laut den aktuellen Planungen soll vor allem in der Region Großschönbrunn, Ehenfeld, Weickenricht, Kainsricht, Krickelsdorf und Atzmannsricht eine größere Anzahl von Flächen für Windkraftanlagen ausgewiesen werden. Hiervon betroffen sind somit vor allem die Gemeinden Freihung, Hirschau und Gebenbach. Teilweise sollen diese Anlagen bis auf wenige hundert Meter an die Häuser rücken.

Das ist den betroffenen Menschen, wie von den Mitgliedern des Gemeinderats Gebenbach richtig erkannt wurde, in keinem Fall zuzumuten. Interessanterweise hat aber gerade die Gemeinde Gebenbach vor ein paar Jahren ein Bürgerwindrad errichtet. Dieses steht auch nur 1200 Meter von Ölhof entfernt. In einer Infoveranstaltung wurde den Bürgern diese Anlage angepriesen wie Angora-Unterwäsche bei einer Kaffeefahrt. Angelockt wurden aber vor allem Investoren von weit her. Wie ich erfahren habe, sind von den 76 Teilhabern der Anlage nur 4 bis 5 aus der Gemeinde Gebenbach. Der Rest kommt nicht annähernd aus der betroffenen Umgebung. So ist es mit den meisten Anlagen, die in unserer Region gebaut werden. Hier geht es nur um den Profit von auswärtigen Investoren die mit den langfristigen Folgen im Gegensatz zu den Menschen vor Ort nicht leben müssen.

Im aktuellen Fall sollen z. B. auch auf der Südwestseite von Ehenfeld, einige Hundert Meter vom Ortsrand entfernt, solche Anlagen entstehen. Dass die Bürger, die in den letzten Jahren dort ihre Häuser gebaut haben, nicht begeistert sein werden kann sich jeder denken.

Wenn man z. B. die A9 Richtung Norden fährt, wird man fast erschlagen vom Windpark in der Nähe von Trockau. Hier wird sehr deutlich, wie diese Anlagen die Landschaft überdecken. Man nimmt die schöne Landschaft dort nicht mehr war. Die Windkraftanlagen sind so dominant, das alles andere untergeht. Wollen wir das vor unserer Haustüre?

Jetzt sind vor allem die Bürgermeister und Gemeinderatsmitglieder der betroffenen Gemeinden (Hirschau, Freihung, Gebenbach) gefordert, die Menschen in ihren Gemeinden vor diesem neuen Angriff der Windkraftlobby und den Investoren zu schützen. Ich hoffe in dieser Angelegenheit vor allem auch auf die Rückendeckung unseres Landrates Richard Reisinger. Er könnte den entsprechenden Einfluss auf diese Planungen ausüben, um diese Umzingelung der Dörfer zu verhindern.

Thomas Rubenbauer, Freihung
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