Leserbrief
Auch andere Mütter haben schöne Töchter

Die Sparkassen-Zentrale an der Marienstraße: AZ-Leser Willy Moebius lässt sich zum 31. Januar "scheiden" - die Charaktermängel seien einfach zu gravierend. Bild: Hartl
 
Parkplätze am Rande der Altstadt sind begehrt - nicht nur in der Marienstraße (Bild). Bild: Hartl

Zur Entwicklung und Schließung von Sparkassen-Filialen:

Liebe Sparkasse, mit dem 31. Januar 2016 reiche ich die Scheidung ein. Unsere Beziehung basierte 30 Jahre lang auf gegenseitigem Vertrauen und dem Ziel, gemeinsam etwas zu erreichen. Du hast 30 Jahre lang von mir profitiert, und ich habe dies gerne so hingenommen, weil Du immer für mich da warst und ich Dir vertrauen konnte. Zu einigen Deiner Mitarbeiter habe ich ein freundschaftliches Verhältnis gewonnen, das weit über eine Geschäftsbeziehung hinausging. Sie haben in den langen Jahren das Vertrauen aufgebaut, das Du nun in kürzester Zeit zerstört hast.

Der Grund meiner (Ent-)Scheidung ist Deine charakterliche und persönliche Veränderung, die Du nach so vielen Jahren an den Tag legst. Wo früher Gemeinsamkeit vorhanden war, bist Du heute egoistisch. Wo früher Lösungen für Probleme gemeinsam gesucht und gefunden wurden, bist Du heute stur. Wo Du früher menschlich warst, bist Du heute nur auf Deinen eigenen Vorteil bedacht.

Deine Mitarbeiter, die mich umsorgten, hast Du mir genommen und schickst mir stattdessen unbekannte Menschen ins Haus. Du bietest mir einen Telefonservice mit Menschen an, die ich weder kenne noch vertraue ich ihnen. Diese unpersönliche Umgangsweise zeigt mir, dass Du an einer gemeinsamen Beziehung kein Interesse mehr hast. Du begründest Dein Verhalten mit geringeren Einnahmen und zu hohen Kosten. Deshalb verlangst Du auch einen Euro für eine Rolle 1-Cent-Stücke im Wert von 50 Cent. Ich verstehe das, denn Du musstest, anders als andere Banken, nie sparen, obwohl Du Dich Sparkasse nennst. Du hast Dir Prachtbauten hingestellt und in Saus und Braus gelebt. Jetzt erst bist Du dort angekommen, wo andere Banken schon lange sind. Diese Banken, zum Beispiel Commerzbank, mussten schon vor zehn Jahren beginnen zu sparen und sind heute kundenfreundlicher, attraktiver und preiswerter als Du. Deshalb ist es zum Beispiel dieser Commerzbank auch möglich, mir eine Rolle 1-Cent-Stücke für 50 Cent zu verkaufen. Sie muss mir nicht mehr berechnen, als die Rolle wert ist.

Du sitzt auf einem hohen Ross, hast aber bei Deinen Veränderungen nicht bedacht, dass auch andere Mütter schöne Töchter haben. Auch dass Veränderungen immer erst bei sich selbst beginnen sollten, bevor man seinem Gegenüber etwas abverlangt, interessiert Dich nicht. Es passt zu Deinen charakterlichen Veränderungen, dass Du nun noch nachtrittst, nachdem ich Dir meinen Entschluss mitgeteilt habe. Du versuchst nun, meinen Weg zu behindern. Dazu nötigst Du mich, Gebühren anzuerkennen, die Dir der BGH untersagt hat. Wie tief bist Du gesunken.

Eine Therapie über den Umgang mit Deinen Kunden hätte Dir sicher geholfen, die Folgen Deines Handelns zu erkennen, bevor Deine Kunden das Weite suchen. Ich bin dann mal weg. Mach's besser...

Willy Moebius, Amberg

Zum Parkkonzept:

In einem Artikel in der AZ vom 23. Januar wurde von der Stadt Amberg das Parkkonzept, am Beispiel des leerstehenden Parkdecks Kräuterwiese, als besonderer Erfolg herausgestellt. Ist das wirklich so? Das kostenpflichtige Parkkonzept um die Altstadt wurde vom Stadtrat eingeführt, um mehr Geld (eine Million?) im Stadtsäckel zu haben. Das ging wohl gewaltig schief, so dass man sich nicht traut, die tatsächlichen Einnahme-Zahlen zu nennen.

Die Masse der berufstätigen Autofahrer, die nicht zahlen wollen, hat sich nicht in Luft aufgelöst. Seit dieser Zeit beginnt zum Beispiel im Bereich des Kochkellers noch vor 8 Uhr ein wilder Parkplatzsuchverkehr in den Wohnstraßen. Geparkt wird an allen möglichen und auch unmöglichen Stellen. Die Parkplätze, gedacht für Besucher der Anwohner, Kaminkehrer und so weiter, sind jetzt ganztägig voll belegt. Ich gehe davon aus, dass es in anderen Wohnstraßen am Rande der Altstadt genauso aussieht. Dieses Parkkonzept kennt eigentlich nur Verlierer. Erstens: Die Stadt Amberg hat ein leeres Parkdeck, wie die Bilder zeigen, wird es durch Besucher und Einkäufer nicht gefüllt. Ob die wenigen Zahler den Aufwand für das Parkkonzept abdecken, ist zudem fraglich. Zweitens: Die Pendler sind gezwungen zu zahlen oder müssen sich mühsam einen kostenlosen Parkplatz im Randbereich der Altstadt suchen. Drittens: Die Anwohner werden durch die Parkplatzsucher und -nutzer massiv belästigt. Dieses Parkkonzept ist kein besonderer Erfolg, sondern reif für die Mülltonne.

Alfred Stang, Amberg

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