Leserbrief
Auch bei Milch gilt Gesetz von Angebot und Nachfrage

Die derzeit in der Verantwortung stehenden Milch-Politik-Kapitäne Brunner, Schmidt, Heide sollten sich Gedanken darüber machen, was mit dem seit über 40 Jahren anhaltenden staatlichen Förder-Unsinn unter den sich abrackernden landwirtschaftlichen Familienbetrieben aller Größen angerichtet wurde.

Ich erinnere: 1980 Milchseen, Butterberge, 1983 Milchquote: 22 Jahre den Milchtopf voll halten, extra 20 bis 30 Prozent Milchüberproduktion provozieren und alles draußen im ländlichen Raum durcheinanderbringen! Beispiel Dorf 1980: 12 landwirtschaftliche Familienbetriebe (zum größten Teil im Haupterwerb tätig), 2015 ein übriggebliebener Dorfdepp, der für alle anderen 11 von morgens 5 Uhr bis abends 22 Uhr das ganze Jahr, ausgenommen im Januar, auf den Feldern und im Stall arbeitet. Mein Fazit: Lieber Vater Staat, wenn du keinen landwirtschaftlichen Familien-Milchviehbetrieb mehr haben willst, dann weiter so, und der letzte ist bald von der Scholle strukturiert. Die derzeitige 36-prozentige staatliche Förderpraxis eines Milchviehstalles mit der Förder-Schwelle von 80 Kuh-Plätzen (1980: 30) ist ein Verbraucher-Instrument.

Beim derzeitigen Milchpreis verliert der Milcherzeuger die Summe der staatlichen Subventionen innerhalb von drei Jahren aus den Einnahmen vom Milchgeld. Die besorgten Kollegen vom BDM sollten dieses endlich durchschauen und sich darüber Gedanken machen, ob mit Drehen an Stellschrauben wie dem Milchpreis und dem freiwilligen Produktions-Verzicht (Wiedereintritt in die Quote mit Ausgleich), irgendetwas erreicht werden kann. Das regelt unser Markt durch Angebot und Nachfrage.

Sie sollten aufhören, mögliche Verursacher auszumachen wie z. B. Molkereien und Handel, die nur ihre kaufmännische Pflicht tun. Mir ist kein Produkt auf der Welt bekannt, das bei einem erheblichen Überangebot auch noch staatlich in den Sand gefördert wird. Ein Investor, der ökonomisch in der Lage ist, einen Milchviehstall mit 80 Kuh-Plätzen oder mehr zu errichten, braucht keine staatliche Förderung.

Richard Gresser, 92536 Pfreimd
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