Leserbrief
"Beamten-Rente"schafft Probleme

Zu Renten und Pensionen:

Bei der geplanten Rentenreform wird immer wieder der Vorschlag gemacht, Beamte und Selbständige in die Rentenversicherung aufzunehmen: Dann wäre das Problem so gut wie gelöst. Das ist jedoch nicht der Fall. Würden alle aktiven Beamten bei Bund, Ländern und Gemeinden in die gesetzliche Rentenversicherung überführt, so brächte dies anfangs hohe Beitragseinnahmen; aber alle diese Beamten gehen auch einmal in Rente und fallen so später millionenfach der Rentenkasse zur Last. Schon jetzt wird die Rentenkasse jährlich mit etwa 100 Milliarden Euro vom Bund aus Steuermitteln (auch aus Steuern von Beamten) gestützt. Was soll aus den Ruhestandsbeamten werden? Auch in die gesetzliche Rentenversicherung überführen? Dann hat man die Millionenschar von (Beamten)-Rentnern gleich am Hals! Der Knackpunkt bei den aktiven Beamten und Ruhestandsbeamten ist aber, dass alle Beamten nachversichert werden müssten. Der Bund und vor allem die stets klammen Länder, aber auch die Gemeinden, würden die erforderlichen Milliarden niemals ausgeben.

Sollen die Beamten auch in die gesetzliche Krankenversicherung aufgenommen werden? Das würde eine erhebliche Mehrbelastung für die öffentlichen Arbeitgeber durch die Übernahme der (fast) halben Monatsbeiträge zur Krankenversicherung bedeuten. Beamte sind auf eigene Kosten privat versichert und erhalten nur im Krankheitsfall eine Beihilfe. Wie sollten die "Beamten-Renten" versteuert werden? Zu 100 Prozent wie die Pensionen oder zu 61 Prozent wie derzeit die Renten? Die Überführung der Beamten in die Rentenversicherung löst jedenfalls kein Problem.

Christoph Müller, 92637 Weiden
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