Leserbrief
"Die Großen lässt man laufen"

"Beihilfe zum Mord in 3681 Fällen":

Wieder einmal hat es die deutsche Justiz geschafft, einen Fall von enormer Wichtigkeit zu bearbeiten: Frei nach dem Motto die "Kleinen hängt man und die Großen lässt man laufen". Ein kleiner Sanitäter wird zum großen Buhmann, den die ganze Härte des Gesetzes treffen muss.

Als Adenauer noch Kanzler war, gab es einen gewissen Globke (damals Staatssekretär), der angeblich die Rassengesetze unter Hitler geschaffen hat. Durch diese Gesetze wurden die Greueltaten, die später passierten, erst möglich gemacht. Oder Kurt Georg Kiesinger, NSDAP-Mitglied, hat höchste Ämter bekleidet, oder die unzähligen Nazi-Richter, die vor 1945 noch Leute wegen Abhörens von Feindsendern zum Tode verurteilt haben und nach 45 ohne Zögern die leeren Richterstühle des demokratischen Deutschlands besetzt haben.

Die Liste könnte man noch unendlich weiterführen. Ist einer dieser Herren angeklagt oder gar verurteilt worden? Natürlich nicht! Mit den satten Pensionen wurde das Gedächtnis ausgeschaltet, wahrscheinlich hat das dritte Reich bei diesen Herren gar nicht existiert.

Ich möchte nicht die Grausamkeiten der Judenverfolgung beschönigen oder gar gutheißen, aber man sollte die Kirche im Dorf lassen. Übrigens war der Sanitäter damals etwa 25 Jahre; Kiesinger war 30, als er bei den Nazis Karriere machte.

Günther Menzel, 92224 Amberg
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