Leserbrief
Durchleitungskosten höher als Strompreis

Der Widerstand gegen die unterirdische Gleichstromtrasse Südost-Link wächst, ist aber noch viel zu schwach, um die Lobby-Front des Netzbetreibers Tennet und das Desinteresse breiter Kreise zu durchbrechen. Dabei ist die Verhinderung dieser Trasse entscheidend für das Gelingen der Energiewende. Umweltverbände, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und renommierte Wissenschaftler haben sich erfolglos gegen den Trassen-Unsinn ausgesprochen. Diese Trassen können die Versorgungssicherheit des Südens mit regenerativem Strom aus dem Norden bei über Tage andauerndem trübem Wetter und Flaute nicht gewährleisten. Braunkohlestrom ist die Option, die es zu verhindern gilt.

Im Süden wie im Norden werden saubere Stand-by-Gaskraftwerke unrentabel und stillgelegt, dringend benötigte Speicher-Techniken verzögert. Der nach der Subvention von Sonne und Wind fast zum Nulltarif erzeugte Strom wird durch den Transport über Hunderte von Kilometern auf Dauer Durchleitungskosten verursachen, die den Strompreis um das Fünf bis Zehnfache übersteigen. Die neuen Goldminen gehören nicht mehr Eon, RWE und Co., sondern Tennet oder Amprion. Schon jetzt sind die Netzentgelte teurer als die reine Stromerzeugung. Die Summe der Fakten gegen diese Trassen kann man in einem Satz zusammenfassen: Die Energiewende wird nur ein Erfolg, wenn sie dezentral organisiert wird.

Peter Schwarzmeier, Parkstein
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