Leserbrief
Ein klares Wort zur rechten Zeit

Zur "Vergewaltigung der deutschen Sprache":

Unsere deutsche Sprache ist eigentlich präzise und ausdrucksstark, insbesondere auch in Werken wie dem Strafgesetzbuch. Was ich kürzlich im Zusammenhang mit dem neuesten Sicherheitsbericht des Bundesinnenministeriums vernahm, hat mich doch überrascht: Statt von unverschämten Pöbeleien gegen Ausländer sowie Rettungs- bzw. Ordnungskräften zu reden, hieß es da "Zunahme der Widerstandsrhetorik". Ja geht's noch? Selbst wenn man dieses Verhalten wissenschaftlich ausdrückt, wird es dadurch um keinen Deut harmloser. Wie lange dauert es dann noch, bis aus Diebstahl "Illegale Eigentumstrans-Formation", aus Körperverletzung "nonmedizinale Integritäts-Modifikation", aus Beleidigung "Verbale Anti-Sympathiebekundung" oder aus Urkundenfälschung "Kalligraphische Dokumenten-Imitation" wird? Offenbar haben manche schon verlernt, die Dinge "beim Namen zu nennen". Dabei hat ein klares Wort zur rechten Zeit noch nie geschadet - außer in der Diplomatie. Sollten Sie anders denken, ordnen sie diese Zeilen einfach als "Negierbare Skriptpostsendung" ein. Klingt doch vornehmer als überflüssiger Leserbrief!

Heiner Aichinger, 92648 Vohenstrauß
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