Leserbrief
Eindringlicher Appell zum Erhalt alter Bäume

"Es ist traurig, dass Bäume in Waldershof keine Lobby haben", beklagt Werner Greger. Er hofft, dass möglichst viele stattliche Bäume stehen bleiben dürfen. Bild: privat

Die Baumfällungen nahe des ehemaligen Rosenthal-Geländes in Waldershof sorgen für Diskussionsstoff. Dazu erreichte uns ein Leserbrief:

"Am 3. März habe ich als Reaktion auf den rücksichtslosen Kahlschlag am Rosenthal-Parkplatz in Waldershof einen Brandbrief an sämtliche Stadtratsmitglieder von Waldershof geschrieben. Bis heute erfolgte darauf keinerlei Reaktion.

Ich schrieb: ,Mit Schrecken habe ich die Baumfällaktion am Rosenthal-Parkplatz in Waldershof verfolgt. Wie in der Zeitung zu lesen war, sei diese Aktion mit der Unteren Naturschutzbehörde in Tirschenreuth abgestimmt gewesen. Der Landrat ist der Unteren Naturschutzbehörde gegenüber weisungsberechtigt. Wenn die Untere Naturschutzbehörde sich also geweigert hätte, wäre von Amtswegen über deren Kopf entschieden worden. Also, was ist deren Zustimmung wert? Ich fordere deshalb die Entscheidungsträger der Stadt Waldershof auf, die alten Linden am ,Langen Weg' unbedingt zu erhalten. Die Winterlinde ist der Baum des Jahres 2016 (Dr.-Silvius-Wodarz-Stiftung). Es muss in einer Planung für ein Industriegebiet auch einen Platz für ein erhaltenswertes Naturdenkmal geben! Es gibt Gerüchte, dass diese Bäume einem Neubau Schmelzer weichen sollen. Es ist um jeden Baum in der Stadt schade, der gefällt wird. Es können gar nicht so viele Bäume neu gepflanzt werden, wie hier in diesem Ort schon beseitigt worden sind. Was nützen uns Ausgleichsflächen, die irgendwo in einem Staatswald geschaffen werden?

Es ist traurig, dass Bäume in Waldershof keine Lobby haben und scheinbar auch nicht im Stadtrat. Seit es Roswitha Herold dort nicht mehr gibt, die sich hier eingesetzt hat, sind Bäume in Waldershof Freiwild und werden ohne Skrupel gefällt. Ich frage mich, wie es andere Städte schaffen und um jeden Baum ringen, sie hegen und pflegen. Warum ist das in Waldershof nicht möglich? Weil nur die Nützlichkeit und das Finanzielle zählen?

Waldershof soll liebenswert erhalten bleiben? Dafür reichen keine Lippenbekenntnisse, sondern es muss auch etwas dafür getan werden - und dazu gehört nicht nur ein neues Industriegebiet.'

Nun lassen Sie mich spekulieren: Die Stadtratsmitglieder haben meine E-Mails nicht erhalten oder lesen diese nur alle 4 Wochen, oder schlimmer: sie interessieren sich nicht dafür, denn Waldershof wird ja schöner und moderner und da stört das Alte nur, oder noch schlimmer: es ist bereits entschieden, denn wer zahlt, schafft an. Ich sage Ihnen was mit diesen alten Bäumen passieren wird - sie werden sie umlegen und sich anschließend mit vielen Worten in der Zeitung dafür rechtfertigen. Es werden wohl, nach meiner Vermutung, noch weitere am Buchenweg folgen."

Werner Greger Waldershof

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