Leserbrief
Einladung zum Klauen

"Schlag für das Sicherheitsgefühl":

Bei der Überschrift musste ich verzweifelt-resignativ schmunzeln. Polizei in ausreichender Präsenz muss sein, keine Frage. Im sehr großen Bereich der Einbruchskriminalität fangen die "Sicherheitsbemühungen" und ein daraus resultierendes "Sicherheitsgefühl" jedoch immer noch durch Prophylaxe und entsprechendem Verhalten im urpersönlichen Lebensumfeld an!

Schlicht eine Haustüre sorgsam zu schließen, ob bei Rein oder Raus, stellt für manche Zeitgenossen ein Problem dar. Dass eine Eingangstür dann regelmäßig stundenlang oder komplette Nächte hindurch offen steht, zeitweise sogar bei leerem Haus, wen kümmert es! Selbst wenn eine hochbetagte Personen alleine im sperrangelweit offenen großen Haus zurückbleibt, ist dies völlig egal. Als akzeptierte Dreingabe ("war nie anders") gibt es permanent Flügel-geöffnete Kellerfenster. Verbesserungen sind nur mit letztendlich bösem Zureden und wenn überhaupt, dann auch nur temporär, erreichbar. Es ist zudem erstaunlich, dass locker-leicht teure Ausstattungen des Neuwagens angekreuzt werden oder in anderen Bereichen gedankenlos höhere finanzielle Mittel sinnlos verbraten werden, aber die Verwirklichung eines einfachen, soliden häuslichen Diebstahlschutzes scheint außerhalb jeglicher Möglichkeiten und gar Absichten zu liegen. Im Gegensatz zur Autoausstattung bleibt der Investitionswert einer guten Sicherung erhalten. Trotzdem findet man bei Immobilien der normalen Preisklasse kaum einmal sicherheitsrelevante Aspekte. Kopf in den Sand, der Staat soll es gefälligst richten.

Die beste und zahlreichste Polizei kann die Folgen solcher, man muss wohl sagen, infantil-nachlässigen und verweigernden Verhaltensweisen ("Einladungen zum Klauen") nicht kompensieren. Die allerwenigsten Einbruchsdelikte werden "in flagranti" gestoppt. Bis überhaupt ein Einbruch bemerkt und dann gemeldet wird, ist er längst rum ums Eck.

Uwe Schauber, 92507 Nabburg
Weitere Beiträge zu den Themen: Kriminalität (68)Leserbriefe (393)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.