Leserbrief
Erst denken,dann reden

Zu "Das große Aber" von SPD-Fraktionschefin Birgit Fruth:

Uns fehlen einfach nur die Worte. War Frau Fruth so lange in Urlaub, dass dies alles an ihr vorbeigegangen ist, oder stellt sie sich ganz einfach nur mal so in den Vordergrund? Anders lässt sich ihre Reaktion nicht erklären.

Dass zwei Vollzeitkräfte für 4000 Pflegende unterwegs sind, ist erstaunlich. Wie viel Stunden hat deren Tag? Kann man bei so einer hohen Anzahl überhaupt effektiv arbeiten? Weiß Frau Fruth überhaupt, wie viele Ehrenamtliche wie viele Stunden verbringen, um pflegende Angehörige zu unterstützen? Diese Ehrenamtlichen werden sehr oft von der AOK abgewiesen - mit der Begründung, die beiden Herren seien auf Außendienst. Wochenlang müssen Betroffene mit dringenden Anliegen warten, um einen Termin zu bekommen.

Wir denken, es ist Frau Fruth nicht bewusst, welcher Bedarf in Stadt und Land erforderlich ist. Viel Hilfe erfolgt durch Menschen, die ihr Wissen von verschiedenen Lehrgängen und Ausbildungen an die pflegenden Angehörigen weitergeben, und das ehrenamtlich. Was ist mit Menschen, und das sind die meisten, die kein Fachwissen besitzen? Wer hilft ihnen?

Wir sind erstaunt über die Aussage von Frau Fruth, zumal sich die Sozialdemokraten im Bayerischen Landtag seit Jahren für flächendeckende Pflegestützpunkte einsetzt. Obwohl die CSU 2015 einer unabhängigen Beratungsstelle negativ gegenüberstand, fand jetzt ein Sinneswandel statt, was wir sehr gut finden. Denn: Bei so einem wichtigen Thema sollte es um die Menschen gehen, die definitiv Unterstützung brauchen.

Rita Kummert Marianne Kies-Baldasty Kornelia Schmid

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