Leserbrief
Freihandelsabkommen: Da gehen die Augen auf

"So ist TTIP ein Skandal" :

Ich glaube, selten ist so klar erkennbar, was unsere Mächtigen in Berlin von den Interessen und Sorgen der Bevölkerung halten wie beim Thema TTIP. Wenn ein sogenanntes Freihandelsabkommen mit unseren amerikanischen Freunden ausgehandelt wird und diese Verhandlungen so hoch geheim sind, dass auch die Parlamentarier, die das letztendlich absegnen sollen (oder müssen), nicht wissen dürfen, was drin steht, dann ist höchste Vorsicht geboten.

Und wenn doch ein paar Einzelheiten ans Licht kommen (zum Beispiel Schiedsgerichte), wird umgehend beteuert, dass das alles ganz harmlos ist. Wenn es so harmlos ist, warum dann diese Geheimniskrämerei? Wenn dieser Vertrag so umgesetzt wird wie geplant, dann werden manchen Leuten die Augen aufgehen! Steht ja auch schon in der Bibel: "Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten den Herrn" (Lukas 24.31).

Es geht natürlich nicht nur um das so gern angeführte Chlor-Hühnchen, hier werden ganz andere Dinge verhandelt. Die Amerikaner haben genetisch veränderte Lebensmittel auf ihrem Markt, das können sie auch wegen mir, aber wie lange können wir uns beim TTIP dagegen wehren? Der Gen-Lachs ist von der US-Lebensmittelaufsicht kürzlich zugelassen worden (siehe NT/AZ/SRZ vom 21. November 2015).

Und wie unsere Freunde sonst mit uns umspringen, kennen wir seit der NSA-Abhör-Geschichte. Wieweit sie sich für unsere Daten aus Wirtschaft und Wissenschaft interessieren, weiß ich nicht. Aber all das juckt unsere damit befassten Vertreter in Berlin überhaupt nicht. Wenn sie Charakter hätten, dann würden sie vom Verhandlungstisch aufstehen, ihre Koffer packen und heimfahren.

Alfred Kummert, 92256 Hahnbach
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