Leserbrief
Gefühl der Ungerechtigkeit in diesem Land

Zu den aktuellen Problemen:

Trotz aller Probleme ist es nicht verständlich, dass Bürger nur aus einer Protesthaltung heraus Sympathien mit einer Partei bekunden, die sich am äußersten rechten Rand befindet. Ich empfehle den Betroffenen, sich mit dem Programm dieser Partei auseinanderzusetzen.

Ich selbst bin (im Übrigen nicht erst seit ihrer missglückten Flüchtlingspolitik) ebenfalls seit langem mit Merkels Basta-, Alternativlos- und sturer Weiter-so-Politik nicht mehr einverstanden. Es gibt gemäß Artikel 8 des Grundgesetzes einen demokratischen Weg, seinen Unmut über die Politik zu äußern: das friedliche Demonstrationsrecht. Leider scheint dieses aus der Mode gekommen zu sein. Heutzutage zeigt man nicht mehr sein Gesicht bei Demonstrationen, sondern setzt üble Beschimpfungen, möglichst anonym, auf Facebook bzw. im Internet ab oder marschiert bei Pegida und ihren Ablegern mit. Ohne die neuen Medien pauschal zu verurteilen: Aber die Ursache für die zunehmende Verrohung und Aggressivität großer Teile unserer Gesellschaft ist nach meiner Überzeugung auch hier zu suchen. Es gibt einen ernstzunehmenden Aspekt für die Unzufriedenheit: Das Gefühl, dass es in diesem Land nicht mehr gerecht zugeht. Ganze Berufsgruppen wurden von der Einkommensentwicklung abgehängt. Hinzu kommt, dass Hartz-IV-Empfänger pauschal als Schmarotzer diffamiert wurden.

Bei der Euro- und Finanzkrise sollte man nicht vergessen, dass es EZB-Präsident Mario Draghi war, der auf dem Höhepunkt der Finanzkrise das Heft des Handelns in die Hand nahm und für die nicht handlungsfähigen EU-Spitzenpolitiker die Kohlen aus dem Feuer holte. Ich bin überzeugt, ohne sein damaliges Handeln wäre der Euro heute bereits Geschichte. Ich vermute, dass er selbst nur noch ein Getriebener seiner Geldpolitik ist. Die EZB hat durch ihre gigantische Geldschwemme lediglich teuer Zeit erkauft. Die Krisenländer können sich zwar nahezu kostenlos refinanzieren, dies führt jedoch nicht dazu, dass Investitionen angekurbelt werden bzw. die Staatsdefizite bzw. -verschuldungen zurückgeführt werden. Die Nullzins-Politik der EZB verursacht eine gigantische Vermögens-Umverteilung. Die Bundesregierung schaut zu und unterstützt die Begrenzung bzw. Abschaffung des Bargelds. Ich frage mich, welche Absichten die Bundesregierung mit dieser Maßnahme tatsächlich verfolgt.

Alfred Kastner, 92637 Weiden
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