Leserbrief
Gespräch mit Anwohnern und Ortsbegehung statt Mutmaßungen

Zum Artikel "Erhalten, aufwerten oder verkaufen?" über den Spielplatz in der Kurt-Schumacher-Straße in Mitterteich (12. März) und zum Leserbrief "Infrastruktur auch für die Kleinsten" (19. März) schreiben drei Anwohnerfamilien:

Da den Anwohnern im Vorfeld zu Ohren gekommen war, dass eine eventuelle Verkaufsabsicht aufgrund der geringen Frequentierung des Spielplatzes bestehe, stellten wir eine neutrale Anfrage über den Stadtrat, ob die Fläche zum Verkauf stünde und zeigten Interesse an einem etwaigen Erwerb.

Anfragen und Abstimmungen über den Verkauf stadteigener Grundstücke und Bauplätze stehen regelmäßig im Stadtrat an. Dabei müssen zielführende Fragestellungen im Raum stehen, wie ja einige auch diskutiert wurden, z.B. in diesem Fall "Wird der Spielplatz umfassend genutzt?", "Wird der Spielplatz seiner Bestimmung gemäß benutzt?", "Liegt er stra-ßentechnisch sicher?", "Wie hoch sind die bisherigen Instandhaltungskosten?", "Ist eine kostenintensive Aufwertung tragbar?", "Ist ein barrierefreier Umbau an dieser Stelle notwendig?" oder "Ist nicht doch ein Verkauf sinnvoller?" Ein persönliches Gespräch mit den direkten Anwohnern ist hierbei unabdingbar, da sie ja Aussagen aus erster Hand treffen können und nicht Mutmaßungen äußern.

Wenn nun der Stadtrat mehrheitlich entscheidet, dass der Spielplatz erhalten werden soll, aus welchen Gründen auch immer, akzeptieren wir dies. Ob dann weitere Maßnahmen der Entscheidungsfindung notwendig sind (Umfragen, Plakate), darüber muss der Stadtrat ebenfalls seine eigene Entscheidung treffen.

Was wir nicht nachvollziehen können, sind Mutmaßungen in der Art und Weise, dass sich die interessierten Anwohner "bereichern" wollten an einem Grundstück, das sie regulär erwerben würden, so wie jeder andere auch Grundstücke von der Stadt erwerben kann, ohne sich dieses Vorwurfs aussetzen zu müssen. Eine umfassende Kommunikation im Vorfeld hätte hier Klarheit schaffen können. Dass sich jedoch ein Grundstück durch einen Ankauf vergrößert, liegt in der Natur der Sache und ist nichts Verwerfliches.

Unglaublich erscheint zudem, dass nicht einmal eine Ortsbegehung für notwendig erachtet wurde bzw. stattgefunden hat, um sich von den Gegebenheiten vor Ort zu informieren. Und wie kann man denn eine sinnhafte Entscheidung fällen, ohne wenigstens vorab ansatzweise recherchiert zu haben? Sollte ein kostenintensiver Ausbau oder Umbau anfallen, müssen diese Kosten ja ebenfalls auf alle Bürger umgelegt werden, zu den bisherigen Instandhaltungskosten.

Einen Denkanstoß zum Schluss noch: Es ist schon interessant, wie wenig Gedanken sich um eine Aufwertung, einen Umbau oder eine attraktivere Nutzungsmöglichkeit dieser Fläche über viele Jahre hinweg gemacht wurde - und dies nun nach unserer Anfrage so hohe Priorität genießt. Wir sind uns sicher, hätten wir kein Interesse an einem Kauf gezeigt, würde nur sehr wenigen Leuten an einer eventuell kostspieligen oder behindertengerechten Aufwertung gelegen sein.

Aber wir freuen uns, eine sinnhafte Diskussion angestoßen zu haben und hoffen, dass diese sich tatsächlich zum Wohl der Kinder bzw. eines Großteils der Mitterteicher Bürger auswirkt.

Anwohner-Familien Dick, Käs und Gold Mitterteich

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