Leserbrief
Gesundheitsrisiken kleingeredet

Zur Bürgerversammlung in Waldsassen (Bericht vom 19. November):

"Die erschreckenden Verkehrszahlen, die bedrohliche Verkehrsentwicklung, ein vorrangiges Thema für unsere Stadt, fehlten im Vortrag des Bürgermeisters. Die Lebensqualität und die Gesundheitsrisiken für alle Stadtbewohner wurden abgetan und kleingeredet mit der Behauptung Feinstaub sei kein Problem. Die aktuellen vielfachen Abgas-Skandale beweisen das Gegenteil. Vor den krebserregenden Dieselabgasen und dem lebensgefährlichen Feinstaub wird in allen Medien gewarnt.

Nach dem Bau einer neuen Straße werden sich die Verkehrszahlen noch verdoppeln und verdreifachen. Die Prognosen der Straßenplaner von monatlich 30 000 Lkw und 270 000 Pkw sind schon erschreckend genug. Aber jeder weiß, dass in Wahrheit ein sehr viel höheres Verkehrsaufkommen zu erwarten ist. Das ganze Stadtgebiet wird also mit Luftschadstoffen verseucht. Wo sollen die Abgase hin? Von den Lärmschutzwänden werden sie nicht aufgehalten, sondern sie verbreiten sich im ganzen Stadtgebiet.

Alle Immobilien im Stadtbereich werden dadurch entwertet. Welcher Investor wird für zigtausend Euro hochwertigen Wohnraum schaffen? Wer wird einen gehobenen Mietpreis zahlen, wenn er sich und seine Familie einem dauerhaften, lebensbedrohlichen Gesundheitsrisiko aussetzt? Das Konzept zur Innenstadtbelebung steht im Widerspruch zur geplanten Straße.

Was wurde den Waldsassener Bürgerinnen und Bürgern schon alles erzählt und weisgemacht, von zwei aus Bundesmitteln bezahlten Straßen (1991) bis zum Versprechen, die Lkw-Umgehung für Waldsassen sei über Schirnding (1995). Das alles war falsch.

Die vielen Irrungen sind Hauptursache für die heutige Situation. 1991 nannte das Bundesverkehrsministerium 10 Jahre plus/minus x als Dauer für den Bau einer echten Umgehung. Wir könnten also seit ca. 2001 eine echte Umgehung haben und zwar völlig kostenfrei und ohne jahrelange Baubehinderungen in der Stadt. Und nur eine echte Umgehung ist machbar und eine sinnvolle Lösung. Das entspricht auch dem Mehrheitswillen der Waldsassener. 40 Millionen Euro dürfen nicht falsch ausgegeben werden."

Hans-Werner Schmid Tirschenreuth

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