Leserbrief
Große Chance für Nabburg

In einem Bürgerentscheid stimmen die Nabburger am kommenden Sonntag über den Bau eines Handelszentrums ab. Dazu erreichten uns in den letzten Tagen folgende Zuschriften.

"Große Chance für Nabburg"

"Das neue Handelszentrum an der Autobahn wäre eine große Chance für Nabburg. Da dort wahrscheinlich auch alle Geschäfte ebenerdig zu erreichen sind, wäre das für Senioren und Behinderte ideal. Dort könnten Behinderten-Parkplätze direkt vor den Läden entstehen und es besteht die Möglichkeit, auch behindertengerechte Toiletten anzulegen. Man müsste nicht immer in andere Städte fahren, und die Kaufkraft bliebe in Nabburg, denn auch Senioren und Behinderte möchten gerne mal einen Einkaufsbummel tätigen.

Hoffentlich haben wir in Nabburg auch bald solch eine Einkaufsmöglichkeit. Als Mittelzentrum sollte uns so etwas eigentlich zustehen. Am Ende wäre es auch eine Chance für unseren Stadtbus. Für einen Besuch der neuen Läden würde dieser sicher gerne genutzt werden. Eine zusätzliche Haltestelle und Linie würde unseren Stadtbus, den wir ja allein schon wegen unseres Waldfriedhofs brauchen, stärken und er wäre dadurch auch mehr ausgelastet."

Erika Kraus Nabburg

"Entsteht eine Versorgungslücke"

"Als Hausfrau und Kundin der örtlichen Einzelhandelsgeschäfte habe ich am 28. Dezember die Info-Veranstaltung im Gasthof Sauerer besucht. Aus Gesprächen mit verschiedenen Bürgern entnehme ich die Erkenntnis, dass viele Leute nicht wirklich wissen, um was es hierbei genau geht. Weil mir das Schicksal der Stadt Nabburg nicht gleichgültig ist, habe ich mich entschlossen, meine Meinung zu diesem Thema darzulegen.

Die Stadträte Irene Ehemann, Heidi Eckl, Evi Thanheiser und Horst Jäger trugen sachlich und klar die Argumente vor, die gegen das geplante Handelszentrum im Osten der Stadt Nabburg sprechen. Für mich ist vor allem ein Argument wichtig: Nachdem der Diska-Markt im März 2016 geschlossen wird, entsteht eine wichtige Versorgungslücke für den gesamten Bereich Nabburgs westlich der Naab. Das bedeutet, dass dort für die Bürger nur noch der Netto-Markt als Lebensmittelmarkt übrigbleibt. Das ist ein schwerer Schlag für alle älteren Leute, die ihre Einkäufe zu Fuß erledigen müssen und alle Bürger in den Gebieten Brünnlweg, Jägerring, Weinberg, das Krankenhausviertel und alle Ortschaften bis hin zu Brudersdorf.

Wie Evi Thanheiser berichtete, steht ein ernsthafter Bewerber als Investor für einen Lebensmittelmarkt als Ersatz für den Diska-Markt bereit. Die Stadt verhandelt bereits mit Grundstückseigentümern im Bereich der Regensburger Straße. Nachdem der Diska-Markt zu der Edeka-Gruppe gehört, nehme ich an, dass es sich wieder um einen Edeka-Markt handelt. Wir hätten demnach die Chance, einen Vollsortiments-Markt zu bekommen, wie es jeweils einen schon in Schwarzenfeld und in Wernberg gibt. Das wäre ein echter Gewinn für Nabburg.

Falls der Bürgerentscheid zugunsten des Handelszentrums im Osten von Nabburg ausgehen sollte, besteht keine Chance mehr, einen Lebensmittel-Supermarkt im Westen von Nabburg zu bekommen. Damit würde sich alle Einkaufsmöglichkeiten in den Osten der Stadt verlagern und die Innenstadt von Nabburg immer mehr veröden.

Ich möchte noch ein Argument der Befürworter des Handelszentrums widerlegen. Ihrer Meinung nach würde das geplante Handelszentrum ein Zugpferd für die Stadt Nabburg werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Leute, die zum Einkaufen in dieses Zentrum gehen, Interesse an der Stadt Nabburg selbst gewinnen."

Lore Bauer Nabburg

"Nicht gegen Handel in der Innenstadt"

"Es wird offensichtlich seitens der Gegner des Handelszentrums ,unterstellt', dass bewusste Täuschung (Rossmann vs. Handelszentrum) herbeigeführt wurde, um genügend Stimmen für die Zulassung des Bürgerentscheids zu bekommen. Das ist nicht richtig! Jeder Bürger muss, bevor er etwas unterschreibt, auch in der Lage sein, zu lesen wofür er dies tut. Davon darf auch ausgegangen werden, dass dies bei jeder einzelnen Unterzeichnung der Fall war. Im Umkehrschluss bedeutet diese Haltung für mich, dass allen Bürgern, die ihre Unterschrift geleistet haben, unterstellt wird, nicht richtig informiert worden zu sein. Die Gegner des Handelszentrums sollten ganz genau aufpassen wie sie argumentieren, es ist nicht das Schlaueste, den Handelszentrum-Befürwortern zu unterstellen, sie wüssten nicht, für was sie unterschreiben. Ich glaube mittlerweile, dass jedes Mittel der Verwirrtechnik nur gut genug ist, um die Bürger zu verunsichern. Es darf also davon ausgegangen werden, dass alle Bürger, die unterschrieben haben, dies auch bewusst getan haben.

Fakt ist zudem, dass die Befürworter des Handelszentrums weiter denken. Sie denken an den entstehenden Handel, Arbeitsplätze, Steuereinnahmen, schlussendlich den längst überfälligen Fortschritt für Nabburg. Dies bedeutet ganz und gar nicht, dass man sich gegen den Handel in der Innenstadt ausspricht, vielmehr für Bereicherung und Einkaufsmöglichkeiten für die Bevölkerung."

Freya Stöckl Nabburg



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