Leserbrief
"Großes Kopfschütteln"

Über eine Besichtigung des Windparks Pamsendorf durch den Pfreimder Stadtrat berichteten wir in unserer Ausgabe vom 2. September. Zum Artikel "Fünf Riesen im Wald' erreichte uns eine Zuschrift, in der es heißt:

"Der Artikel berichtet davon, wie der kaufmännische Betriebsführer der Betreibergesellschaft Windpark Pamsendorf GmbH&Co KG, Dr. Christian Deglmann, eine Gruppe aus Stadträten und Verwaltungsbediensteten aus Pfreimd durch den Windpark Pamsendorf führt. Einige Ausführungen bzw. Statements dieses Artikels rufen jedoch großes Kopfschütteln hervor. Im ersten Absatz wird berichtet, dass ,doch der Stadtrat den Weg für das umstrittene Millionenprojekt frei gemacht' hat. Wie oft haben Verantwortliche, insbesondere der Pfreimder Bürgermeister Tischler, vehement versichert, dass der Stadtrat Pfreimd den Windpark nicht verhindern hätte können. Jetzt jedoch hätte der Stadtrat den Weg frei gemacht. Liebe Verantwortlichen aus Pfreimd: Die gesamte Vorgehensweise im Genehmigungsverfahren erscheint fragwürdig genug. Wieso werden dann die Bürger noch zusätzlich bewusst in die Irre geführt?

Desweiteren wird berichtet, dass sich Herr Dr. Deglmann nun doch endlich seinen 'Herzenswunsch' (auswärtiger Investor: Herzenswunsch = Geld??) erfüllt hat. Es rührt mich zutiefst, dass der Stadtrat Pfreimd Rücksicht auf solche Wünsche nimmt und diese erfüllt. Herzenswünschen von betroffenen und vielzähligen Bürgern sollte anscheinend nicht zu große Aufmerksamkeit entgegen gebracht werden.

Ziemlich respektlos zeigt sich zudem die vorübergehende Vertretung des Bürgermeisters, Dr. Johanna Mertins, indem sie es sich nicht nehmen lässt, noch einen Seitenhieb an Bewohner aus Gleiritsch und Guteneck loszulassen. ,Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen'. Solche abfälligen und provozierenden Bemerkungen vonseiten einer Bürgermeisterin sind doch höchst fragwürdig und spiegeln das gesamte Verhalten der Verantwortlichen sehr gut wieder. Zumal sich die Frage stellt, wer hier Mauern baut?? Die Stadt Pfreimd mit ihrer aktuellen Schutzplanung gegen Windräder im eigenen Stadtgebiet oder die betroffenen Bürger in unmittelbarer Nähe zum Windpark, die nur für ihr Recht gekämpft haben und schon genug im Stich gelassen worden sind. Gute Frage. Sicher ist aber, dass so ein Seitenhieb nicht zur feinen englischen Art gehört.

Ich glaube, die Sicht aus ästhetischen Gründen brauche ich nicht weiter thematisieren. Ich denke nicht, dass es Bürger gibt, die diesen Windpark inmitten einer wunderschönen Landschaft schön finden. Aber natürlich wird sich auch hier im Artikel noch gerühmt, dass die weiteste Entfernung zwischen zweier Windräder lediglich 700 Meter beträgt. Chapeau, damit habt ihr Großes geleistet!"

Tobias Meier Guteneck

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