Leserbrief
"Gut sortierter Lebensmittelladen würde reichen"

Zum Infoabend über die geplante Tiefgarage in der Bahnhofstraße und die künftige Nutzung des ehemaligen Bürgerspitalareals:

Als interessierter Besucher hatte ich den Eindruck, dass die Bebauung des ehemaligen Storg-Areals nur von wirtschaftlichen Interessen und Forderungen des Investors und gewerblicher Mieter bestimmt wird: Die Folge ist ein geplanter massiver vierstöckiger Betonklotz, der durch ein Betongitter aufgelockert werden soll.

Wo bleiben altstadtgerechtes Bauen" und "Ensembleschutz, die in der Altstadt von allen anderen gefordert werden. Braucht es wirklich vier Stockwerke oder Filialisten, die in der Altstadt an anderer Stelle angesiedelt sind? Die geplanten 60 bis 70 Stellplätzen dürften von Wohnungsinhabern, Dienstleistern und Handel weitgehend besetzt sein, so dass sich das Angebot an Parkplätzen für den öffentlichen Bedarf in engen Grenzen halten dürfte. Braucht es dafür wirklich eine Zufahrt über die Bahnhofstraße? Noch stärker ins Bild der Altstadt greifen Planungen für das ehemalige Bürgerspitalgelände ein, wo auf das Stadtbild aus meiner Sicht noch weniger Rücksicht genommen wird. Das können Stadtbau, die ein ganzes Altstadtviertel erfolgreich wieder aufgebaut hat, und einheimische Architekten, die in der Altbausanierung tätig sind, besser. Warum wird keine Tiefgaragenzufahrt über Ziegelgasse oder Kasernstraße angedacht?

Für mich stellt sich die Frage: Geht es vielleicht auch ohne Investor oder eine Nummer kleiner? Warum nicht eine völlige Neuplanung des Storg-Areals mit stärkerer Wohnnutzung, wenn sich keine attraktive Belegung mit Handel und Gewerbe erreichen lässt? Ein gut sortierter Lebensmittelladen würde reichen. Ich empfehle allen Verantwortlichen der Stadt und den Ambergern, nach Regensburg zu fahren und den Donaumarkt zu besichtigen. Hier haben die Bürger eine massive Bebauung immer wieder durch Bürgerentscheide verhindert. Heute entsteht hier ein Museum und ein neues Viertel, das die Investoren zu altstadtgerechtem Bauen zwang, um den Status Weltkulturerbe der Stadt nicht zu gefährden.

Ulrich Rubenbauer, Amberg

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