Leserbrief
Händewaschen scheint überholt

"Fit zum Lernen und Arbeiten":

Das Begleitbild zum Artikel: Junge, kraftstrotzend-kerngesund und kultiviert aussehende Männer mit übergestülpten Hand-Gummischutz. Man assoziiert im ersten Moment Szenen wie Umfüllen Schweren Wassers durch Atom-Praktikanten, fröhliche Schnittpräparation einer frisch extrahierten und noch warmen Gallenblase, Tier-Präparations-Workshop oder Szenen aus der Hautpilz-Fachklinik.

Überraschung: Es geht u. a. um gesundes und attraktiv bereitetes Essen. Ich benutze diese Handschuhe bisher z. B. beim Umgang mit Photopolymeren oder einfach bei der Klosett-Grundreinigung, und wie mir dünkt, sollte ich auch dringend beginnen, meine Hände vor dem Essen oder das Essen vor mir zu beschützen. Die einfache Verwendung dieses Wunders an Reinigungsmöglichkeit, genannt Seife in Verbindung mit warmem Wasser und Rubbeln, scheint überholt. Man optimiert gerne: Verhinderung von mikrobiger Tröpfchenverteilung durch absolutes Sprechverbot (besonders beim labertaschigen Oberpfälzer Gebell anzuraten), noch besser ist schlichtes Atemanhalten in Verbindung mit kompletter Körperkapselung - korreliert perfekt zu Dip Cups, Snacks und Haute Cuisine und wirkt vor allem hipper als Omas Hände zu "Lewaknedln, Schterz und Auszongnen". Wie konnte ich nur dieses unhygienische Zeug so massenhaft so lange und so folgenlos konsumieren?

Zusätzliche gesundheitliche Gefahren dürften von den abgebildeten hochstehenden Melonenholzspießen ausgehen. Ich würde im Sinne des Gesundheitsschutzes zur Verwendung von Silikonspießen dringend anraten.

Uwe Schauber, 92507 Nabburg
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