Leserbrief
Invasion der Sperrmülltouristen

Nachdem am Montagmorgen in Neustadt der Sperrmüll abgeholt wurde, ist wieder Ruhe eingekehrt. In den vergangenen Tagen konnte man den Eindruck gewinnen, als ob man sich in einer tschechischen Kleinstadt befände. Die Autokolonne der "Sperrmülltouristen" in unserer Nebenstraße nahm kein Ende.

Bereits am Donnerstag konnte man die ersten ausländischen Kennzeichen sichten, und an den drei folgenden Tagen brach eine regelrechte Invasion von Autos mit tschechischen Kennzeichen über uns herein. Man sieht jetzt auch öfter Fahrzeuge mit polnischen und sogar ungarischen Kennzeichen. Nachdem früher hauptsächlich Pkws zu beobachten waren, haben die Sperrmüllsammler inzwischen massiv aufgerüstet. In der Mehrzahl kommen jetzt Transporter, Gespanne mit Anhängern und sogar Lkws, so dass man den Eindruck hat, dass die Sperrmüllsammlungen inzwischen professionell betrieben werden.

Leider gibt es immer noch zu viele Zeitgenossen, die trotz aller Appelle in der lokalen Presse ihren Sperrmüll bereits drei oder vier Tage vor dem Abholtermin an der Straße abstellen. Wenn alle ihre Sachen erst kurzfristig an die Straße stellen würden, wäre der nervige Sperrmülltourismus sehr bald zumindest weitgehend eingedämmt.

Anscheinend will der Landkreis am gegenwärtigen Abholsystem festhalten. Die Praxis in anderen Kommunen zeigt, dass es auch einwandfrei funktionierende andere Methoden gibt, zum Beispiel die Abholung nach vorheriger telefonischer Absprache. Außer der Belästigung der Anwohner gibt es noch das Problem, dass einige dieser Sperrmülltouristen gezielt auf Diebestour gehen und die Beute unter dem eingesammelten Sperrmüll verstecken. Wenn man nach dem Rasenmähen eine Viertelstunde lang seinen Rasenmäher nicht im Auge behält, kann es passieren, dass er sich schon auf dem Weg nach Tschechien befindet. Vor einem Sperrmüllwochenende ist es ratsam, alles was nicht niet- und nagelfest ist, in Sicherheit zu bringen. Eine individuelle Abholung nach vorheriger Anmeldung würde solchen Diebestouren ein Ende bereiten.

Ich hoffe, dass man beim Landkreis möglichst bald zu der Einsicht gelangt, dass das derzeitige Abholsystem den Anwohnern einiges zumutet und sich vielleicht entschließt, auf ein anderes System umzustellen.

Friedhelm Uffmann Neustadt/WN

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