Leserbrief
Kontrolle und Überwachung

Zur Bargeldobergrenze:

Terrorismusbekämpfung ja, da sie leider notwendig ist in unserer Zeit. Konnte die französische Bargeldregelung die Anschläge von Paris verhindern? Nein. Wird eine 5000-Euro-Bargeldobergrenze einen Anschlag verhindern können? Nein. Hier soll die aktuelle Situation genutzt werden, um einen Politiker-Traum wahr werden zu lassen, den Traum vom gläsernen Bankkunden. Es geht um Kontrolle und Überwachung des mündigen Steuerbürgers durch den Staat.

Millionen Deutsche haben noch die Bilder vor Augen, als Griechen - es waren nicht die Millionäre und Reederei-Besitzer - vor geschlossenen Banken standen und nicht mehr über ihr Geld verfügen konnten bzw. sich mit 60 Euro pro Tag abspeisen lassen mussten. Das Vertrauen in die Banken hat eh gelitten und ich bin davon überzeugt, dass Millionen Deutsche einer solchen Situation zuvor gekommen sind und erhebliche Summen von ihren Konten abgezogen und damit der staatlichen Kontrolle entzogen haben. Und genau das ist der Punkt: Der Staat hat ein Stück Kontrolle über das Vermögen seiner Bürger verloren und diese Kontrolle will er wieder haben. Eines muss jedem klar sein: Kommt diese Regelung, dann ist dies der Einstieg in den Ausstieg aus dem Bargeld mit dem Ziel einer bargeldlosen Gesellschaft. Liebe Volksvertreter, nehmt doch bitte eure Bezeichnung wörtlich und vertretet das Volk. Fragt das Volk, fragt den Steuerbürger, ob er diese Beschränkung will. Aber ebenso wenig wie der Bürger beim Euro gefragt wurde, wird er auch hier gefragt werden, denn das Ergebnis eines Referendums dürfte deutlich ausfallen und es würde den Politikern nicht gefallen.

Ulrich Köber, 92637 Weiden
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