Leserbrief
Landwirte geben frustriert die Schweinezucht auf

"Schluss mit Schwanz ab":

Ich bin immer wieder überrascht, wer sich alles in landwirtschaftlichen Fachthemen auskennt, ohne auch nur ansatzweise von landwirtschaftlicher Nutztierhaltung eine Ahnung zu haben. Generationen von Landwirten mit Fachausbildung haben sich über das Thema Schwanz-Kupieren bei Schweinen Gedanken gemacht, probiert und sind in der Praxis gescheitert - auch in der Bio-Schwein-Haltung. Reihenweise haben Versuche gezeigt, dass es immer wieder zu unerklärten Kannibalismus-Ausbrüchen kommt: Ob mit Strohhaltung, ob mit oder ohne Auslauf und Wühlen in der Erde. Wer das Leid der Tiere erlebte, kann nur den Kopf schütteln über die naive Forderung, auf das Kupieren der Schwänze zu verzichten.

Warum gibt es eine landwirtschaftliche Ausbildung, wenn man anschließend den Landwirten die Kompetenz abspricht, das Wohl der Tiere feststellen zu können. Wir sehen deshalb derzeit vermehrt die Resignation von Landwirten gegenüber diesen realitätsfernen Forderungen an die Nutztierhaltung. Eine dramatische Abwanderung der Zuchtschweine-Halter in andere Länder ist zu beobachten. Dort werden auch weiterhin die Schwänze kupiert und männliche Ferkel kastriert. Anschließend werden diese Ferkel dann zur Mast nach Deutschland verbracht. Der Artikel hat einen weiteren Beitrag dazu geleistet, dass noch mehr Landwirte frustriert das Handtuch werfen. Aber vielleicht ist die Verdrängung der Tierhaltung ("aus den Augen, aus dem Sinn") die eleganteste Lösung.

Jürgen Donhauser , 92245 Kümmersbruck
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