Leserbrief
Lebenswertes Leben in Rente

Zur Zukunft der Rente:

Ein garantiertes Niveau von 46 Prozent wird gefordert, beispielsweise von Ministerin Nahles, oder eine Solidar-Rente von manchen Volksvertretern. Sind das alles Leute, die nur mit Prozenten rechnen können, nicht aber mit konkreten Eurobeträgen oder Mindestbeträgen, die ein Mensch zum lebenswerten Leben braucht? Wer jetzt schon von seinem Lohn für Vollzeitarbeit nicht lebenswert leben kann, wie soll er dann mit weniger als der Hälfte auskommen?

Das würde ja heißen, dass jetzt jeder von seinem Lohn mehr als die Hälfte auf die sogenannte Hohe Kante legen muss, oder ab dem Rentenalter plötzlich auch die Miete oder allgemein die Lebenshaltung nur mehr unter 46 Prozent betragen würden. Sollte dieser Trugschluss Arbeitgeber jetzt schon veranlassen, möglichst niedrige Stundenlöhne zu bezahlen?

Es wäre fruchtbar, wenn Volksvertreter, die uns solch niedrige Renten oder Löhne zumuten, einmal drei oder vier Monate lang versuchen würden, von dem realen Euro-Betrag eines Normalverdieners leben zu müssen. Dann könnten die sich auch besser vorstellen, was es heißt, von einem Tag auf den anderen, mit dem Rentenbeginn von weniger als der Hälfte existieren zu müssen. Lebenswertes Leben sieht anders aus. Ein Tipp für die Politik: Die hohen Gewinne, die fleißige Arbeiter erwirtschaftet haben, um die Maloche mit Roboter oder Maschinen zu ersetzen, dürfen nicht nur an die Betriebe fließen.

Johann Strasser, 92559 Winklarn
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