Leserbrief
Mit Staatspräsident Erdogan den Falschen erwischt

"Türkei macht Satire über Erdogan zur Staatsaffäre":

Eigentlich dumm, dass ich selbst keine Zeitung verlege und selbst nicht journalistisch tätig bin. Denn dann könnte ich so richtig über meine Feindbilder lästern. Komisch, aber gibt es da nicht so einen Paragraphen, der es verbietet, andere zu beleidigen, deren Ehre abzuschneiden, üble Nachrede zu verbreiten? Jetzt ist es mir wieder eingefallen. Gibt es da nicht Pressefreiheit? Stimmt, nach der darf man das alles! Oder etwa nicht? Ich frag mal anders: Ist es nicht unklug oder gar gefährlich, ein dummdreistes Satirefilmchen über ein fremdes Staatsoberhaupt zu drehen? Noch dummdreister ist es, sich zu diesem Unsinn zu bekennen und fest dahinter zu stehen. Noch fataler ist es außerdem, wenn sich eine Regierung nicht getraut, dieses Machwerk zu bezeichnen, so wie es ist, nämlich ein gefährlicher Unfug. Denn es ist ja nicht irgendeine Person, die da beleidigt wurde, sondern der türkische Staatspräsident, der von seinem Volke mit großer Mehrheit gewählt wurde. Dieser hat offensichtlich keinen Bock darauf, sich verarschen zu lassen.

Ja, liebe Satiriker, da habt ihr den Falschen erwischt. Ihr müsst schon ein wenig über den Tellerrand hinausschauen, denn nicht überall geht es so zu wie in Deutschland. Aber was das Schlimmste ist: Musstet ihr auch noch den "Nena-Song" versauen?

Barbara Blöderl, 92726 Waidhaus
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