Leserbrief
Mutation zum "Taubenstadel"

Zum ersten Amberger Taubenschlag im Schmalzstadl:

In Ausgabe Nummer 31 vom 8. Februar der AZ wird auf Seite 28 darüber berichtet, dass es in der Altstadt den ersten Amberger Taubenschlag gibt. Untergebracht ist er im Jahre 1526 errichteten sogenannten Schmalzstadel in der Amberger Altstadt (als Baudenkmal beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege unter der Aktennummer D-3-61-000-249 geführt). Dadurch ist der Schmalzstadel praktisch zum Taubenstadel mutiert.

Dass das Taubenproblem grundsätzlich einer Lösung bedarf, ist keine Frage. Jeder, der durch die Straßen und Gassen der Altstadt geht und sich mit im wahrsten Sinne des Wortes jedem Schritt und Tritt den durch Kot und Dreck verursachten Schäden und Verschmutzungen konfrontiert sieht, wird dies einsehen. Die Frage stellt sich aber, ob historisch bedeutende Denkmäler gezielt genutzt werden müssen, um dieses "schmutzige und anrüchige" Thema einer Lösung zuzuführen. Denn eigentlich sind es ja auch gerade sie, die eines besonderen Schutzes bedürfen. Hoffentlich leidet dieses alte Gemäuer nicht allzu sehr unter diesem fragwürdigen neuen Einsatz. Es musste ja bereits in der Vergangenheit schon die unterschiedlichsten Nutzungen über sich ergehen lassen, hat sie bisher jedoch immer überstanden.

Da das Anfüttern in den geschichtsträchtigen Mauern nun bereits begonnen hat, bleibt letztlich der Wunsch, dass zumindest der angestrebte Nutzen der Aktion erreicht wird. Ob in dieser Aktion eventuell schon die vor zwei Jahren angekündigte endgültige Rettung des Schmalzstadels zu sehen ist, wozu die CSU-Stadtratsfraktion und der damalige Bürgermeister und OB-Kandidat Michael Cerny den Willen bekundet hatten?

Es sei kurz an die O-Töne laut Onetz von damals erinnert: "Wenn es Vorgängergenerationen über fünf Jahrhunderte geschafft haben, dieses Erbe zu bewahren, dann muss das auch in der heutigen Zeit möglich sein" (Mußemann) und "Wenn sich die Stadt hier nicht engagiert, dann verlieren wir ein wertvolles historisches Kleinod in unserer Altstadt." (Cerny).

Gerhard Kotzbauer, Poppenricht

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