Leserbrief
Nach Köln: Bleiben nur wochenlang Debatten?

Merkel handelt mutig und christlich

Zu den Übergriffen in Köln:

Köln ist jetzt überall, eigentlich zu ernst, um das Thema zu zerreden, aber genau das wird passieren! Jetzt wird wieder diskutiert, wochenlange Debatten auf allen Kanälen sind zu erwarten. Es wird Angst verbreitet und Hass geschürt. Wenn sich dahinter eine Strategie verbergen würde, könnte es der rechten Szene nicht besser passen! Aber auch Spekulationen sind hier nicht hilfreich, weil sie dem Thema nicht gerecht werden. Aus dem "europäischen Haus", das Helmut Kohl einmal postulierte, ist eine Bruchbude entstanden; dieses Europa der Gemeinschaft funktioniert nur noch innerhalb der Subventionsempfänger.

Nordische Länder machen ihre Grenzen dicht. Tschechen und Slowenen möchten keine muslimische Einwanderer, Österreich weiß nur, dass unsere Mautpläne europafeindlich sind. Ungarn und Polen haben sich auf dem Wege der Rechtsstaatlichkeit verirrt. Die Briten möchten nichts abgeben, sie vermissen ihren Kolonialismus und wissen nicht so recht, wie sie zusätzlichen Reichtum generieren. Die Osmanen auf ihrem rückwärtsgewandten Weg, würden gerne bei uns Station machen. Was ist das für ein Europa, das zuschaut wie Tausende von Flüchtlingen im Meer ersaufen! Der europäische "Debattenhaufen" ist nicht in der Lage, Flüchtlingen einen Korridor zu garantieren, um sie menschenwürdig von A nach B zu bringen. Chapeau, Frau Merkel! Ihr Mut und ihre Kraft, ihr verantwortliches Handeln in gemeinschaftlichem und christlichem Wirken, haben auf mich einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Aber wie schafft sie es, sich täglich zu motivieren, einer Gemeinschaft anzugehören, die selbst das Papier, das sie unterschrieb, als Makulatur betrachtet? Ich verspüre erstmalig in meinem Leben eine Zukunftsangst!

Heinz Will, 95478 Kemnath

Warnungen in den Wind geschlagen

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki setzt eindeutig Prioritäten. Ihm scheint die Ehre gewalttätiger Einwanderer mehr am Herzen zu liegen, als die Ehre der geschändeten, meist katholischen Landsfrauen. Er scheint sich nicht vorstellen zu können, wie das ist, als Frau im Schwitzkasten notgeiler Männer zu sein und Angst um sein Leben zu haben. In den Herkunftsländern der Täter gibt es für solche Verbrechen harte Strafen. Nur in Deutschland glaubt man, jedem Fremden ein Schild mit einer Generalabsolution umhängen zu müssen. Daher glauben dann diese Einwanderer, sie hätten in Deutschland Narrenfreiheit.

Es war zu lesen, dass etwa 95 Prozent der Einwanderer junge Männer sind, die in ihren Herkunftsländern fehlen: Zum einen für ihre betagten Eltern und zum anderen für die ungeschützte verbliebene weibliche Bevölkerung. Ein vollkommener Nachzug dürfte nicht möglich sein, weil unser Land dafür zu klein ist. Warnungen besorgter Frauen und Mütter hierzulande wegen zu erwartender Übergriffe schlagen Politiker in den Wind.

Barbara Blöderl, 92726 Waidhaus

Straftaten nicht verallgemeinern

Das dramatische Geschehen in Köln ist das gefundene Fressen für Pegida und Co. Leider auch in der Mitte unserer Gesellschaft verbreitet sich eine fatale Tendenz zur Verallgemeinerung. In meinem Bekanntenkreis höre ich die Äußerung "Also doch die Asylsuchenden". Wie absurd! Ein Griff zur Mathematik: eine Million Asylsuchende und Tausend angebliche Asylanten als sexuelle Verbrecher. Selbst wenn es so wäre, bedeutet dies, dass sich 0,10 Prozent der Asylbewerber an den Belästigungen in Köln beteiligt haben: Von Tausend Asylsuchenden wäre dann prozentuell ein einziger als "Verbrecher" zu bezeichnen. Nehmen wir eine Million deutsche Staatsbürger: Aller Wahrscheinlichkeit nach hätten wir wenigstens genau so viele Täter. Mit Sicherheit sind unter den Asylsuchenden, genauso wie bei der deutschen Bevölkerung, Frauenfeinde, Vergewaltiger u. a. Dies sollte kein Hindernis für die im Grundgesetz verankerte Hilfe-Pflicht sein.

José Agüeras, 95698 Neualbenreuth
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