Leserbrief
Nach Terror in Brüssel: Erschüttertes Vertrauen

Hilflosigkeit der Exekutive

Zum mangelhaften Info-Austausch der europäischen Behörden:

Trotz grenzenloser Kommunikation, bis in die kleinsten Winkel dieser Erde und weit in den Weltraum, senden wir Nachrichten, die ankommen und verstanden werden. Wir sind vernetzt bis in die privatesten Bereiche unseres Lebens, werden abgehört, bespitzelt und belauscht. Alle unsere Daten werden gespeichert und sind für Menschen, die Macht oder eine kriminelle Energie besitzen, zugänglich und können gegen uns benutzt werden. Es könnte aber auch zum Segen der Menschheit sein. So hat auch mal Alfred Nobel gedacht, als er das Dynamit erfand, oder als man in der Lage war, das Atom zu spalten.

Wie muss sich denn ein verantwortlicher Politiker vorkommen, wenn er in den Nachrichtensendern kommentieren muss, dass die Zusammenarbeit und die Vernetzung der Vollzugsbehörden innerhalb des europäischen Verbundes mangelhaft ist, oder wegen national-egoistischer Ansichten zum Erliegen kommt? Wenn ich nun Paris und Brüssel reflektiere und mir die Hilflosigkeit der Exekutive vor Augen führe, schäume ich vor Zorn. Wegen eines Terroristen, der dingfest gemacht wurde, muss das Dutzendfache an Menschen sterben, weil - wie es immer so schön heißt - keine 100-prozentige Sicherheit zu gewährleisten ist. Wie wäre es, wenn man bei einer vergleichbaren Festnahme auf die martialischen Nachrichtenübertragungen, Eil- und Blitzmeldungen verzichten könnte? Muss man solch feigen Mörderbanden noch ein "Schaulaufen" auf allen verfügbaren Kanälen darbieten, oder sensible Informationen aus erster Hand öffentlich publizieren? Könnte eine Nachrichtensperre das Leben unschuldiger Menschen noch nachhaltiger schützen? Ober gäbe es mal einen freiwilligen Verzicht auf reißerische Live-Sendungen. Aber wahrscheinlich bin ich bin ein Träumer, so wie Herr Nobel.

Heinz Will, 95478 Kemnath

Einst ausgelacht

Jahrzehntelang wiesen wir, die Bürgerinitiative gegen atomare Anlagen, immer wieder auf die Gefahr terroristischer Anschläge auf Atomkraftwerke und sonstige Atomanlagen hin. Wir wurden verlacht, als Spinner abgetan, ja sogar als Panikmacher und Volksverhetzer beschimpft. Die Wirklichkeit ist dabei, unsere Befürchtungen einzuholen.

Brigitte Hese, 92637 Weiden

Schwaches Europa

Zur Flüchtlingspolitik:

Wieso sollte der Strom von Menschen abreißen, die Sicherheit, Geborgenheit und Heimat suchen? Wenn man nichts hat, sich künftig keine Perspektiven aufzeigen, treibt es den Menschen in die Flucht. Es mag eine Vernunftentscheidung der betroffenen Personen, ja Völker sein, den Weg in das Ungewisse zu unternehmen. Der vernünftig denkende Mensch wird sich die Frage nach der Ursache dieser Flüchtlingswellen stellen. Hätte hier die Politik nicht gegensteuern können, anstatt jetzt mit Ohnmacht nur zu reagieren? Wird die Migration vielleicht sogar gezielt als Waffe genutzt?

Der Irak war im mittlere Osten der Stabilitätsfaktor schlechthin. Nach dem Fall destabilisierte sich die ganze Region. Ein riesiges Machtvakuum wurde von Schergen, Mördern und Terroristen gefüllt. Der verheerenden Geopolitik der Vereinigten Staaten hätte ein geschlossenes Europa mit aller Kraft entgegen wirken müssen. Die Herkunftsländer der Flüchtlinge hätten stabilisiert werden können. Wem nutzt ein geschwächtes Europa? Die Frage muss wohl nicht mehr beantwortet werden - sie offenbart sich von alleine.

Stefan Stahl, 92245 Kümmersbruck
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