Leserbrief
Niedrige Preise durch Effizienz

"Gegen Agrarfabriken"

Der aufmerksame Leser wird schon öfters dem Begriff "Industrie 4.0" begegnet sein. Dieser Begriff für die Fabrik der Zukunft in vielen Wirtschaftsbereichen steht im krassen Gegensatz zu Bestrebungen, im Bereich der Agrarwirtschaft "Agrarindustrie" zu verdammen. Bemerkenswert ist insbesondere, dass im Agrarbereich Strukturen abgelehnt werden, die bei anderen Betrieben schon lange gang und gäbe sind und eher als "klein" gelten. Woran mag das liegen? Nostalgie, Romantik, Realitätsferne?

Vergessen wird dabei in vielen Fällen zumindest, dass die heutige, effiziente, intensive Landwirtschaft mittelbar und unmittelbar durch die vergleichsweise niedrigen Lebensmittelpreise und gute Lebensmittelversorgung zu unserem heutigem, gewohnten Wohlstand maßgeblich beigetragen hat. Wir haben die Freiheit, gegen "Agrarindustrie" zu sein, nur deshalb, weil wir heute so eine intensive Landwirtschaft betreiben. Am Ende hat es jeder in der Hand, für oder gegen "Agrarindustrie" einzukaufen, doch er sollte sich darüber im Klaren sein: Geringere Intensität bedeutet höhere Produktpreise, die an der Ladentheke bezahlt werden müssen.

Erwin Schmidbauer, 92280 Kastl
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