Leserbrief
Planlose Flüchtlingspolitik durch die Kanzlerin

Zum Rückzug von Wolfgang Bosbach aus der Politik:

Mit Wolfgang Bosbach verlässt ein aufrichtiger Menschenfreund und eine kritische Kämpfernatur die politische Bühne. Er ist einer der wenigen innerhalb seiner Partei CDU, der sich mit der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin kritisch auseinandersetzt. Denn die Bürger realisieren zunehmend, dass unsere Gesellschaft durch Merkels planlose Flüchtlingspolitik in den kommenden Jahren vor massiven Problemen stehen wird.

Die "Chefin" bereist derzeit halb Europa. Offiziell geht es bei ihren Gesprächen um die Planung des Brexit. Aber man kann ihre Reisen auch als Bittgang verstehen. Ihre Flüchtlingspolitik hat Merkel zur einsamsten Regierungschefin Europas gemacht. Ein realistischer Plan, wie die nachhaltige Integration so vieler Menschen gelingen kann, liegt bis heute nicht auf dem Tisch. Merkel beansprucht für sich, im September 2015 aus rein humanitären Gründen gehandelt zu haben. Ich frage mich, warum sie sich als Regierungschefin eines der mächtigsten Staaten der Erde nicht stärker dafür eingesetzt hat, dass die Lebensmittelhilfe für die Flüchtlinge in den Aufnahmelagern in Jordanien oder Libanon nicht drastisch gekürzt wird.

Viele Menschen sahen daraufhin keinen anderen Ausweg mehr, als die Flucht anzutreten. Und wie verträgt sich Merkels damals entdecktes humanitäres Gewissen mit den aktuellen Zuständen, denen die Flüchtlinge z. B. in der Türkei ausgesetzt sind? Aber Dauerkritik an der Kanzlerin wird uns als Gesellschaft nicht voranbringen. Mein Vorschlag wäre, zur Bewältigung der Integrationsaufgabe einen "runden Tisch" zu bilden, der neben der Politik aus Mitgliedern sämtlicher Gesellschaftskreise bzw. -schichten besteht.

Eine bekannte Anekdote besagt viel über die unterschiedlichen Charaktere zwischen Bosbach und Merkel, und vielleicht auch über die Lebensfreude. Der Höhepunkt an Merkels 50. Geburtstag war der Vortrag eines Hirnforschers. Bei Bosbachs 50. spielte die Kölner Karnevalsband Höhner. Vor die Wahl gestellt, hätte ich mich für letztere entschieden.

Alfred Kastner, 92637 Weiden
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